Mir ist aufgefallen, dass mein Leben immer dann die größten Mauern vor mir aufbaut, wenn ich versuche, etwas zu vermeiden.

Wenn ich versuche, gesund zu werden, um mich nicht mehr so ohnmächtig zu fühlen.

Wenn ich versuche, geduldiger zu werden, um meinen Sohn nicht mehr anzuschreien.

Wenn ich versuche, disziplinierter im Job zu werden, um keine Angst vor finanziellen Engpässen und dem Gefühl der Armut mehr haben zu müssen.

Wenn ich versuche, meine maskulinen Seiten zu stärken, um in Beziehungen nicht mehr „nicht stark genug zu sein“ und verlassen zu werden.

Wenn ich versuche, mehr soziale Kontakte zu pflegen, um mich weniger einsam zu fühlen.

Diese Vorhaben gehen jedes Mal nur kurz gut und dann wirft mir das Universum einen großen Stein auf die Füße und zeigt mir „So geht’s nicht.“

Früher habe ich darauf immer reagiert mit „Dann muss ich es eben NOCH mehr wollen und NOCH mehr versuchen. Ich muss mich mehr anstrengen!“.

Damit begann ein Endloskreis!

Heute habe ich festgestellt, dass es viel besser läuft, wenn ich nicht mehr versuche zu wachsen, um etwas zu VERMEIDEN…

… sondern wenn ich wachse, um etwas Schönes zu erschaffen.

Wenn ich versuche, gesund zu werden, um mich einfach gut zu fühlen und mein Hauptlebensinstrument – meinen Körper – zu pflegen.

Wenn ich versuche, Geduld zu üben, um mich besser zu fühlen und ein gutes Vorbild für meinen Sohn zu sein..

Wenn ich versuche, disziplinierter im Job zu werden, um einen noch positiveren Unterschied im Leben meiner Leser / Klienten zu machen.

Wenn ich versuche, meine maskulinen Seiten zu stärken, um mich mehr im Gleichgewicht mit mir selbst zu fühlen, wenn ich die Balance mal wieder verloren habe.

Wenn ich versuche, meine sozialen Kontakte besser zu pflegen, um diesen für alle Beteiligten nährenden Kreislauf zu schaffen, in dem sich jeder gut aufgehoben und bestärkt fühlt.

Manchmal wechsel ich zwischen diesen beiden Mindsets mehrmals täglich.

Aber die Hauptsache ist, dass ich am Ende immer wieder im zweiten davon ankomme.

„Gegen“ etwas zu arbeiten, heißt, seine Ängste von sich wegzudrücken.

Druck fühlt sich nie gut an. Jedes Problem, das du wegdrückst, geht einfach nur kurz ins Fitnessstudio und kommt irgendwann noch breitschultriger wieder.

Wenn wir uns aber über die Ängste und den Schmerz erheben und „für“ etwas aufstehen, setzen wir all unsere inneren Kräfte frei, die uns am Ende immer nach Hause führen – dort, wo wir uns angekommen fühlen, selbst wenn die Welt im außen nie fertig ist.

Meistens bin ich dann sehr dankbar für die Steine, die mir das Leben in den Weg gelegt hat, denn ohne sie hätte ich meine Richtung nie geändert.

Arne