Ist dir auch schon mal aufgefallen, dass die meisten Probleme sich plötzlich nicht mehr so schwer anfühlen, wenn wir darüber reden?

Gary Chapman, der Autor von „Die 5 Sprachen der Liebe“ sagt, dass sich 70 % aller Probleme in Beziehungen nicht lösen lassen.

Aber ist das eine schlechte Nachricht? Nein!

Denn er sagt auch, dass wir die Probleme gar nicht lösen müssen. Die meisten Probleme werden nur dadurch zum Problem, dass wir sie dazu machen.

Wenn wir glauben, andere Leute kommen mit unserer ehrlichen Meinung und unseren ehrlichen Bedürfnissen nicht klar und deswegen bezeichnen wir diese Meinung oder dieses Bedürfnis als ein „Problem“, das gelöst werden müsste.

Wir neigen auch dazu, den Fakt, dass der andere unsere Meinung nicht teilt oder unser Bedürfnis erfüllt, als ein Problem zu sehen.

Und so machen wir aus naturgegebenen Umständen, nämlich Gedanken und Gefühlen, etwas, das „nicht okay“ ist.

Die Folge sind Ablehnung, Trennungen, Einsamkeit und Streits, bis hin zu Diskriminierung und Gewalttaten, wenn wir das „Problem“ gar nicht mehr als „unser eigen“ erkennen, sondern Politik, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion für unseren, als „Problem“ wahrgenommenen Umstand verantwortlich machen.

Aber wie entkommen wir dieser Dynamik?

Wir schaffen wir es, unsere Gedanken und Gefühle (und die der anderen) gar nicht erst zu „Problemen“ werden zu lassen?

Die Lösung ist so einfach, dass dein Kopf sich sicher erstmal dagegen wehren will:

Höre deinem Körper nur zu, aber folge nicht jedem Handlungsimpuls.

In fast jeder Beziehung fällt irgendwann mal der Satz „Hör auf, meine Probleme lösen zu wollen!“

Wir wollen gar nicht immer, dass uns jemand anderes einen Lösungsvorschlag oder einen Ratschlag bietet.

Denn ein Ratschlag ist auch vor allem das: ein Schlag.

Eine Aussage, in der mitschwingt: „Du bist zu dumm und unfähig, selbst zu wissen, was das richtige ist.“

Aber das kommt nicht nur von anderen.

Das tun wir uns tagtäglich selbst an.

Wir wollen unsere Probleme lösen.

Wir wollen unsere schlechten Gefühle „weghaben“.

Damit lehnen wir unsere körperlichen Impulse ab!

Eine subtile, aber grausame Gewalt gegen uns selbst.

Ablehnung von der sozialen Gruppe ist der gefühlte Tod für Kinder und Jugendliche.

Und wir tun uns das SELBST an.

Ich sage bewusst „wir“, denn ich nehme mich da nicht raus.

Und hier können wir das Annehmen gleich üben.

Schon der Fakt, dass wir uns selbst wehtun, ist kein „Problem“.

Es ist ein Spiegel dafür, wo wir in unserer Entwicklung gerade stehen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Erlaube dir, deine Fehler zu machen.

Erlaube dir, in deinem eigenen Tempo deine Erfahrungen zu machen…

… und in deinem eigenen Tempo zu wachsen.

Zum Schluss noch ein zusätzlicher Lichtblick:

Wenn du anfängst, die ständige Selbstverurteilung mehr und mehr aus dem Umgang mit dir selbst zu entfernen…

… dann wird es dir immer leichter fallen, auch anderen Menschen für ihre Fehler zu vergeben.

Das wiederum macht dich frei, du selbst zu sein, weil du vor den Meinungen anderer Menschen keine Angst mehr haben musst.

Klingt cool? Ist es auch.