Welche Maske trägst du heute?

Anleitung für ein stabileres Selbstwertgefühl

Weißt du, was ich wahnsinnig häufig in den unzähligen Emails an mich lese? Es ist die Frage:

„Wo soll ich anfangen?“

Wo soll man ansetzen, wenn man unglücklich oder mindestens unzufrieden mit sich selbst und seinem Leben ist? In welche Richtung sollte die Reise gehen?

Um diese Fragen soll es heute gehen. Ich will dir heute nämlich den ersten Schritt zur BEWUSSTWERDUNG eines der größten Probleme von unglücklichen Menschen zeigen.

Eine Angewohnheit, die dafür sorgt, dass wir unser Selbstwertgefühl täglich schwächen und uns so jede Möglichkeit nehmen, glücklicher und selbstbewusster zu werden. Ohne, dass uns ein anderer Mensch dabei „helfen“ muss, unglücklich zu sein, weil wir die gesamte zerstörerische Arbeit ganz alleine machen.

Identifikation mit dem Schlechten?

Google speichert ja eine Menge Daten. Als Webadministrator bekomme ich Zugriff auf einen winzig kleinen Teil davon, nämlich den, der meine Webseite betrifft. Dadurch kann ich zum Beispiel auch einsehen, woher die Besucher meiner Webseiten kommen.

Eine der häufigsten Suchanfragen, über die mich die Menschen bei Google finden, ist folgende Frage:

Bin ich depressiv?

Und das ist fatal! Willst du wissen, warum? Dann lass mich vorher noch kurz etwas ausholen.

Hast du in einer Diskussion auch schon mal den Satz gehört: „Nimm das doch nicht so persönlich“ ? Diesen Satz hören wir meist dann, wenn andere Menschen den Eindruck haben, dass wir uns vom eben Gesagten persönlich angegriffen fühlen.

Ganz oft ist es aber so, dass uns niemand angreifen will, selbst wenn wir uns angegriffen fühlen. Meistens geht es um Fakten. Um veränderbare Umstände im Außen, die NICHTS mit unserer Person (dem Inneren) zu tun haben.

Manchmal fällt es uns aber sehr schwer, eine klare Linie zwischen Fakten und unserer Persönlichkeit zu ziehen. Zwischen den Dingen, die INNERHALB unserer Kontrollzone liegen und denen, auf die wir glauben, KEINEN EINFLUSS zu haben.

Da mache ich auch bei mir keine Ausnahme. Jeder hat seine Schwachpunkte, die dafür sorgen, dass ihn selbst harmlose Worte in einen emotionalen Strudel fallen lassen können, in dem wir unter anderem dazu neigen, unkluge Entscheidungen zu fällen.

Wenn wir uns in unserer PERSÖNLICHKEIT angegriffen fühlen, dann steht die Hölle offen! Nichts verletzt uns so sehr, wie DAS. Denn unsere Persönlichkeit können wir nicht direkt verändern. Nie. Da bringen auch Vorsätze nichts.

„Ich möchte weniger faul sein.“

„Ich will disziplinierter werden.“

„Ich will attraktiver werden.“

Nichts davon wird funktionieren und willst du wissen, warum? Wegen einem kleinen, aber feinen Unterschied in der Formulierung dieser „Vorsätze“. So formuliert, sagen wir, dass wir unsere PERSÖNLICHKEIT verändern wollen.

Wir können unsere Persönlichkeit aber nicht (direkt) verändern.

WAS wir aber verändern können, sind unser VERHALTEN und unsere UMSTÄNDE (=Fakten).

Wenn wir unser Verhalten verändern, dann entwickeln sich daraus ANGEWOHNHEITEN.

Und unsere Angewohnheiten erschaffen wiederum unsere Persönlichkeit.

Hast du diesen Satz schon mal gehört? Da steckt so viel Wahrheit drin. Denn er sagt etwas wichtiges aus: Selbst, wenn du deine Persönlichkeit jetzt momentan nicht verändern kannst (brauchst du auch nicht, denn du bist perfekt, so wie du JETZT bist), kannst du trotzdem dein Verhalten ändern. In winzig kleinen Schritten. Dadurch wird sich am Ende deine Persönlichkeit völlig automatisch mit verändern.

Nebenbei: Weißt du eigentlich, was „Persönlichkeit“ bedeutet? Das Wort stammt vom griechischen Wort „persona“ ab. Die „persona“ war die Maske, die die Schauspieler der Antike aufhatten.

Deine Persönlichkeit ist also deine „MASKE“ für die Außenwelt. Das, was andere von dir sehen.

Aber das ist eigentlich nur die halbe Wahrheit. Es gibt nämlich immer ZWEI Persönlichkeiten:

1. Die Maske von dir, die andere Menschen sehen.

2. Die Maske von dir, die DU siehst.

Die Maske, die WIR SELBST sehen, gibt uns Sicherheit. Sie gibt uns Stabilität und einen Sinn dafür, WER wir sind. Sie gibt uns eine Identität. Unsere Maske, so wie WIR sie sehen, hat aber selten viel damit zu tun, wie wir WIRKLICH auf andere wirken. Unsere Maske setzt sich nämlich aus verschiedenen Bildern zusammen.

  • Zu einem kleinen Teil aus dem, was wir TATSÄCHLICH sind.
  • Zu einem Teil aus dem, was wir gerne sein WOLLEN.
  • Zu einem Teil daraus, was uns ANDERE sagen, wie sie uns sehen (was wir dann einfach als Wahrheit annehmen).
  • Zu einem großen Teil daraus, was wir glauben, NICHT SEIN zu DÜRFEN (das wir dann natürlich auch „nicht sind“, zumindest laut unseren Gedanken).
  • Und zu einem großen Teil aus dem, was wir (unbewusst) glauben, sein zu MÜSSEN.

Deswegen reagieren wir auch so allergisch darauf, wenn jemand anderes unserer Persönlichkeit etwas „unterstellt“, das UNSERER Meinung nach gar nicht zu unserer Persönlichkeit gehört. Denn dann bröckelt plötzlich unsere Identität. Das Gefühl von Sicherheit, das wir mit unserer Persönlichkeit verbinden, geht flöten. Wir fühlen uns nackt, verletzlich, orientierungslos. Darauf reagiert unser sicherheitsbedürftiges Unterbewusstsein mit diffuser Abwehr und wir fallen in diesen emotionalen Strudel, der uns oft so verzweifeln lässt.

Und hier kommen wir zum Anfang zurück…

Wie DEINE persona dein Selbstwertgefühl senkt

Denn deine Persönlichkeit (= die Maske, die DU siehst), ist nicht veränderbar. Sie richtet sich immer nach dem, was du GLAUBST, wer du bist (welche persona du besitzt). Darauf hat neben den Worten der anderen Menschen vor allem deine Wortwahl einen großen Einfluss.

Denn das, was du dir IMMER WIEDER SAGST, glaubst du irgendwann. Das, was dein Bewusstsein UND Unterbewusstsein immer wieder hört, wird es verinnerlichen. Es wird automatisch nach Beweisen für seine Richtigkeit suchen und am Ende IMMER welche finden. „Wer suchet, der findet“ steht schon in der Bibel.

  • Wenn du seit frühester Kindheit immer wieder hörst, dass ein „richtiger Mann“ nicht mit Puppen spielt, dann wirst du das irgendwann glauben und diese „Wahrheit“ auch immer wieder verteidigen. Spätestens dann, wenn dein eigener Sohn plötzlich vermehrt Interesse an Puppen zeigt.
  • Wenn du seit frühester Kindheit von deiner Familie immer wieder hörst, dass Ausländer nur Probleme machen, dann wirst du das glauben. Das heißt nicht, dass du deswegen gleich zum Nazi werden musst, aber auf jeden Fall wirst du das Misstrauen, die Wut und die Angst gegenüber Ausländern körperlich spüren.
  • Wenn du dein ganzes Leben lang hörst, dass Allah der einzig wahre Gott ist und alle „Ungläubigen“ eine Bedrohung für das Heil der gesamten Welt darstellen, dann wirst du das glauben und dich notfalls auch dazu berufen fühlen, die Welt (wie deine Religion sie sieht) zu „verteidigen“.

UND:

  • Wenn du immer wieder hörst, dass du ständig Fehler machst, nie gut genug bist und keine ernstzunehmende Meinung hast, dann wirst du das irgendwann glauben. Dann wird dein Gehirn irgendwann anfangen, „Beweise“ dafür zu finden (= jede Situation, in der du einen Fehler machst oder deine Meinung bei Anderen auf Ablehnung stößt).

Und am Ende wirst DU SELBST dafür sorgen, dass du das NIE vergisst, indem du jeden Fehler und jede Ablehnung anderer Menschen unbewusst als Zeichen dafür erkennst, dass du „wertlos“, „zu nichts zu gebrauchen“ oder „nicht ernstzunehmen“ bist.

Wenn du die oberen Sätze noch mal liest, wirst du den Unterschied vielleicht selbst finden, auf den ich in diesem Newsletter hinaus will:

„… in der du einen Fehler MACHST.“

vs.

„… zu nichts zu gebrauchen BIST.“

HIER liegt der Hund begraben. Und genau aus diesem Grund ist die Google-Suchanfrage „bin ich depressiv“ auch so fatal.

Wenn du deine Depression (oder jede andere Schwäche) als TEIL DEINER PERSÖNLICHKEIT (=deine Identität) siehst, dann wirst du GLAUBEN, dass sie einen Teil deiner Persönlichkeit darstellt. Unveränderbar. Damit nimmst du dir selbst jede Möglichkeit, dich motiviert, lebendig und optimistisch zu fühlen, dass du dein Leben in die eigene Hand nehmen kannst, weil du unterbewusst immer glauben wirst, dass DU (mit deiner Persönlichkeit) einfach so bist, wie du bist, wenn es dir schlecht geht. Dass diese Negativspiralen zu dir als Person dazugehören.

Dann erkennst du irgendwann nicht mehr, dass die „Depression“ ein lösbares Problem ist (was sie auch ist, ich bin der lebende Beweis dafür. Und bei weitem nicht der einzige). Sondern dann „erkennst“ du für dich jedes Mal, dass DU das Problem wärst.

Was einfach nicht stimmt. Wenn du gewusst hättest, wie du richtig für deinen Körper und deine Psyche sorgst, dann hättest du die Depression nicht. Du bist deswegen aber nicht „Schuld“ an deiner Depression. Du hast immer das getan, was DU für richtig gehalten hast. Mit dem Wissen, das dir zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stand. Mit der Erfahrung, die du zu jenem Zeitpunkt hattest.

Und wir lernen „glücklich sein“ nun mal leider nicht in der Schule. Dazu zwingt uns erst das Leben. Den einen früher, den anderen später. Aber irgendwann werden wir alle durch bestimmte Situationen dazu gezwungen, das „glücklich sein“ im Angesicht großer Hürden zu lernen.

„Du“ bist nicht das „Problem“. Der Umstand, der dazu geführt, dass du eine Depression bekommen hast, der ist auch nicht in Stein gemeißelt. Der lässt sich verändern.

In winzig kleinen Schritten. Ja, auch mit Rückschlägen. Aber dann auch wieder mit Erfolgen. So lange, bis dein Leben eine neue Ebene erreicht hat, in der gelernt hast, die Maske deiner Persönlichkeit immer mehr so zu sehen, wie du WIRKLICH bist.

Denn wenn du weißt, wer du WIRKLICH bist, dann stürzt dein Kartenhaus auch nicht mehr jedes mal zusammen, wenn deine Identität in Frage gestellt wird. Dann erkennst du rechtzeitig, dass du SEHR WOHL liebenswert, schön und unheimlich schlau bist. Dann WEISST du einfach, dass du SO, wie du JETZT bist, völlig in Ordnung bist.

Du bist vielleicht nicht perfekt. Aber wer ist das schon…

Und den ersten Schritt in diese Richtung, hin zu mehr Selbstbewusstsein und einem gefestigen Selbstwertgefühl, kannst du jetzt gleich machen. Frage dich:

„Wo drücke ich mir selbst einen Stempel auf meine PERSÖNLICHKEIT auf? Wo beziehe ich etwas eigentlich veränderbares auf MICH, anstatt auf die veränderbaren Handlungen und Umstände?“

 

Bist du depressiv? Oder hast du eine Depression?

Bist du wertlos? Oder machst du manchmal Fehler, wie jeder andere auch?

Bist du wirklich unattraktiv und nicht liebenswert? Oder hast du gerade eben nur noch nicht die Menschen an dich herangelassen, die dich so akzeptieren können, wie du bist? Im Gegensatz zu den Menschen, die eben andere Vorlieben haben, so wie du auch nicht jeden lieben kannst.

Bist du „fett“? Oder hast du momentan eben noch ein paar Pfunde zuviel auf den Rippen?

Bist du magersüchtig? Oder hast du eine Magersucht (die man eben auch wieder besiegen kann)?

Bist du eine „Zicke“ oder ein „Arsch“? Oder äußerst du dich manchmal halt nur etwas undiplomatisch und unbedacht, wenn du für deine Bedürfnisse einstehst?

Bist du pervers? Oder hast du eben ein paar Vorlieben, über die andere Menschen nicht gerne sprechen?

Bist du wirklich dumm? Oder wurdest du in dieser Situation einfach nur mit Wissen konfrontiert, das du momentan eben noch nicht hast?

 

Ich glaube, das ist eine Menge Stoff zum Nachdenken für heute. Deswegen belasse ich es erst mal dabei.

Ich wünsche dir eine selbstbestimmt liebevolle Restwoche und einen schönen Start ins bunte Herbstwochenende.

Alles Liebe,

Arne

Bild: Rolands Lakis (unter CC)

Opt In Image
Mehr solcher Artikel?
Dann trage dich jetzt in den kostenlosen Newsletter ein!

Außerdem bekommst du für deine Anmeldung den Audio-Kurs "4 Schritte zu mehr innerer Stärke und Leidenschaft" als GRATIS-Download.

Kein-Spam-Politik. Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

2015-10-01T15:40:37+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

Ein Kommentar

  1. Stefanie 4. August 2016 um 10:27 Uhr- Antworten

    Danke für den tollen Artikel. Hatte das Thema gerade gestern mit einer Freundin. Wieviele Menschen eine Maske tragen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar