Wie ehrlich bist du wirklich? Stell dir diese 10 Fragen…

Nur zur Vorwarnung: Nach diesem Blogpost wird dein Kopf eine Menge Ausreden erfinden, warum du das Gelesene nicht so ernst nehmen solltest…

Ich habe den Hype um Gold nie verstanden. Ok, es funkelt schön. Andererseits starben unzählige Menschen in Kriegen um Gold, wer es am Ende besitzt, muss meist damit rechnen, dass es ihm jemand wieder wegnehmen will und vor allem ist es auch eines der schwersten Metalle, die es gibt. Schon so mancher ist mit seiner Ladung Gold im Meer ertrunken…

Deswegen glaube ich auch nicht daran, dass das Sprichwort „Reden ist silber, Schweigen ist Gold“ mehr Inhalt hat, als das Bewahren eines guten Images. Geheimnisse zu wahren und belastende Dinge nicht anzusprechen, sind Handlungsweisen, die dich zwar in unserer Gesellschaft oft interessant, sexy oder wenigstens nett machen, aber dir und deinem Gegenüber im Endeffekt nur schaden.

Wieviel Gold kannst du tragen, bevor du zusammenbrichst?

Deswegen habe ich jetzt hier 10 Fragen für dich, die dich hoffentlich dazu anregen, zu schauen, wo es Zeit für dich ist, etwas Ballast über Bord zu werfen. Eines vorweg: Bei allem guten Willen schafft es niemand, ständig nur offen und gesprächsfreudig zu sein, auch ich nicht. Oftmals liegt der Grund unseres Schweigens in Gefühlen wie Angst oder Wut, die wir nicht ausdrücken wollen, weil wir Angst haben, unser Gesicht zu verlieren oder weil wir die Konsequenzen scheuen. Meistens wartet hinter dieser Barriere aber eine Welt voller Verständnis, Nähe oder neuer Erfahrungen, selbst wenn wir vorher die größten Horrorszenarien in unseren Köpfen durchgespielt haben. Also, was ist dir dein Gold wert? Übrigens: Aus Formgründen schreibe ich in jedem Punkt nur entweder von „ihr“ oder „ihm“ als gegenüberstehende Person. Ich vertraue dir, dass du diese Punkte selbstständig in deine Sicht umformulieren kannst.

10 Fragen zum seelischen „Abnehmen“

 

1) Wie lange verschweigst du ihr schon, dass du in sie verliebt bist?

Was soll passieren? Wenn das Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht, dann bringt es auch nichts, wenn du noch länger in Unsicherheit wartest und leidest. Falls sie genauso fühlt: Wieviel kostbare Zeit zusammen willst du noch verschenken?

2) Wie oft bist du wütend auf etwas, das dein Partner macht und schluckst den Ärger einfach runter?

„Es ändert sich ja sowieso nix!“ Mag sein, aber solange du deswegen noch wütend wirst, hast du auch das Recht, diese Gefühle zu fühlen und sie ihm mitzuteilen. (Bitte beachte: „mitzuteilen“, nicht „an ihm auslassen“. Ein kleiner Unterschied mit riesigem Streitpotenzial.)

3) Wie lange spielst du in deiner Beziehung schon mit dem Gedanken, Schluss zu machen und hast deinem Partner davon noch nichts erzählt?

Viele Beziehungen werden vorschnell beendet, weil man einfach keine Nähe mehr zum Partner spürt. Nähe entsteht aber vor allem aus dem Gefühl, vom anderen so angenommen zu werden, wie man ist. Wenn du dich deinem Partner nicht mitteilst, wie soll er dich dann annehmen können?

4) Wie oft „löst“ du Streitigkeiten, indem du dich mittendrin einfach umdrehst, wegläufst und das Thema nie wieder ansprichst?

„Bockig“ zu sein, ist im Kindergarten vielleicht noch niedlich, führt später aber nur dazu, dass sich der Berg an Problemen immer weiter anstaut. Selbst wenn es nicht „dein Problem“ ist, denn in dem Moment, in dem du den Impuls bekommst, einfach wegzulaufen, scheint dein Gegenüber einen wunden Punkt an dir getroffen zu haben, den du ernst nehmen solltest. Es ist okay, zu sagen: „Ich habe das Gefühl, dass wir gerade nicht weiterkommen. Ich bin gerade zu wütend, deswegen werde ich jetzt erstmal gehen, um zu verhindern, dass es zu Missverständnissen kommt“, aber dann solltest du auch derjenige sein, der nachher den Kontakt wiederherstellt und das Problem noch einmal anspricht.

5) Wie oft spielst du nur den „Zuhörer“, obwohl du selbst auch Probleme hast, über die du gern reden würdest?

Es gibt Menschen, die reden und reden und reden und… sie finden kein Ende, wenn du es ihnen nicht anzeigst. Die meisten Vielredner hören auch sehr gerne anderen zu, es fällt ihnen nur sehr schwer zu erkennen, wann sich jemand mitteilen möchte. Andererseits ist es auch sehr gemütlich in der Zuhörer-Rolle, oder? Man wird manchmal sogar noch mit einem Kompliment dafür belohnt, dass man „so gut zuhören kann“. Es kann auch sehr angenehm sein, sich vor den eigenen Problemen zu verstecken, indem man anderen hilft, ihre zu lösen. Aber während sich deine gute Freundin den Frust von der Seele redet, staut er sich in deinem Inneren immer weiter auf. Das Gold des Schweigens wird schwerer und schwerer…

6) Wie oft hältst du den Mund, weil du andere „nicht belasten“ willst?

Ich merke immer wieder, dass ich mir mit dieser Ansicht eine Menge Feinde mache, aber: Ich bin der Meinung, dass es dein gottgegebenes Recht ist, deinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, selbst wenn sie jemand anderen erst einmal verletzen! Es ist deine Aufgabe, deine Aussage vorher zu überdenken und zu versuchen, sie so einfühlsam und verständnisvoll wie möglich zu formulieren, aber NIEMAND hat das Recht, dir den Mund zu verbieten und dich dazu zu zwingen, deine Gefühle einfach runterzuschlucken. Deine Eltern nicht, dein Gott nicht, dein Partner nicht, deine Freunde nicht und du selbst erst recht nicht. Wenn das Mitteilen deiner Gefühle dein Gegenüber verletzt, dann erlaube ihm, verletzt zu sein. Es kann viele Gründe dafür geben, so wie es sie auch bei dir geben wird. Zeige Verständnis, beziehe seinen Schmerz nicht auf dich und stehe der Person bei, aber bitte nimm deine eigenen Gefühle ehrlich an.

7) Wie oft sagst du „Ja“, obwohl du „Nein“ meinst?

Das fällt bei den meisten wahrscheinlich unter die Kategorie „andere nicht verletzen wollen“. Menschliche Interaktion sollte ein Geben und Nehmen sein. Wenn du immer nur Zugeständnisse machst und einsteckst, wirst du nachgewiesenermaßen mit der Zeit frustrierter und unglücklicher. Es sei denn, du hast gelernt, dich mit Alkohol, Drogen oder ständigem Fernsehen von deinen Gefühlen abzulenken… Außerdem nimmst du den Menschen in deiner Umgebung damit die Möglichkeit, dich mit deinen echten Bedürfnissen kennen und lieben zu lernen.

8) Wieviele Geheimnisse hast du vor deinem Partner/ deinen Freunden?

Hier wieder: Liebe und tiefe Zuneigung entstehen durch das Gefühl von Nähe. Grundlage für Nähe ist Verständnis und Grundlage von echtem Verständnis ist Ehrlichkeit. Ich will dir nicht vorschreiben, wie du deine Beziehungen zu leben hast, aber sind es manche Geheimnisse überhaupt wert, sie vor deinem Partner über Jahre hinweg mit aller Kraft zu verbergen? Ist es manchmal nicht besser, etwas sofort zu beichten, bevor in ein paar Jahren das Problem nicht mehr bei der Sache an sich, sondern nur noch beim völlig zerstörten Vertrauen durch deine fehlende Ehrlichkeit liegt?

9) Wie oft sagst du deinen Freunden, Eltern und deinem Partner, „Mir geht’s gut“ ?

Das obligatorische „Na, wie geht’s dir?“ von Arbeitskollegen und alten Schulfreunden zähle ich hier nicht dazu. Aber die Menschen, die dir nahe stehen, sind auch die Menschen, die dir am besten helfen können und meistens auch wollen, wenn es dir mal nicht so gut geht. Schweige deine Gefühle nicht tot!

Die letzte Frage geht in die andere Richtung:

10) Wie oft verbietest du anderen den Mund?

„Sag das nie wieder!“, „So etwas sagt man nicht!“, „Nerv mich nicht!“ oder „Wenn du das noch einmal sagst, dann…“ Ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will, wenn du die oberen 9 Punkte gelesen hast.

11) Silber oder Gold?

Wofür entscheidest du dich ab heute?

Alles Liebe,

Unterschrift_Arne

Opt In Image
Mehr solcher Artikel?
Dann trage dich jetzt in den kostenlosen Newsletter ein!

Außerdem bekommst du für deine Anmeldung den Audio-Kurs "4 Schritte zu mehr innerer Stärke und Leidenschaft" als GRATIS-Download.

Kein-Spam-Politik. Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

2016-01-05T11:02:30+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

2 Kommentare

  1. Andreas Bauer 21. April 2016 um 20:23 Uhr- Antworten

    Hi Arne,

    „Reden ist Silber, schweigen ist Gold“ ist eine wesentliche Erkenntnis aus dem Verkauf.
    Ein guter Verkäufer lässt den Kunden reden; durch gezielte Fragenstellungen „erzählt“ der Kunde dem Verkäufer seine Kaufargumente.

    Im Privat- oder gesellschaftlichen Bereich – besser gesagt im weniger manipulativen Gesprächsumfeld sollte man trotzdem das „Herz nicht unbedingt auf der Zunge tragen“- so meine ich.

    Wenig überlegte, spontane Äusserungen können leicht missverstanden und aus sehr leicht aus einer „Mücke ein Elefant“ gemacht .

  2. […] Wie oft hältst du deine Wahrheit zurück, weil du Angst vor den Konsequenzen hast? Zu dem Thema habe ich übrigens schonmal geschrieben. […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar