Wer bin ich? Und warum nicht?

Disclaimer: Ich bin kein Psychologe und habe genau aus diesem Grund auch keine Ahnung, was ich hier eigentlich von mir gebe. Dieser Artikel spiegelt nur meine Meinung wider und du solltest unter keinen Umständen auf mich hören. Aus rechtlichen Gründen.

Aber los geht’s…

 

Stell dir vor, du hättest einen kleinen Spatzen, der dich auf Schritt und Tritt begleitet.

Er steht mit dir auf, er setzt sich auf den Duschkopf, während du dich aufs Klo setzt, er sitzt auf dem Rückspiegel im Auto und fliegt über dir herum, während du arbeitest.

Den ganzen Tag fliegt dieses Spatzenhirn, ääähh… Spatzilein um dich herum.

Was würde dieser Spatz sehen?

 

Welchen Menschen würde er von da oben den ganzen Tag beobachten?

Wie verhält sich dieser Mensch gegenüber anderen Menschen?

Welchen Gesichtsausdruck hat er den größten Teil des Tages auf dem Gesicht? Sieht er gestresst und abwesend aus oder vielleicht doch entspannt, voll im Hier und Jetzt angekommen?

Womit verbringt er seine Zeit? Haben diese Tätigkeiten einen Mehrwert für ihn und andere oder ist es eher reines Totschlagen der Zeit?

Nimm dir einmal einen Moment Zeit und lass die Antworten auf diese Fragen vor deinem Gesicht erscheinen.

Überrascht?

 

Die Wahrscheinlichkeit dessen ist auf jeden Fall sehr hoch.

Warum bitte ich dich hier, dich aus der Sicht dieses Spatzen zu beschreiben? Warum nicht einfach die Frage „Wer bist du?“

Ganz einfach: Wir neigen dazu, uns selbst nach unseren Gedanken zu bewerten.

Wer wir glauben, zu sein, ist nicht, wer wir wirklich sind.

 

Unser Kopf ist ein denkbar schlechtes Instrument für Erkenntnis.

Denn unsere Gedanken gehören nicht uns. Sie werden tagtäglich in verschiedene Richtungen gelenkt und manipuliert.

Wir denken in unflexiblen Schubladen, anstatt in Wahrheiten.

Wenn wir hören, ein Mensch wäre „erfolgreich“, dann hat jeder ein bestimmtes Bild von diesem Menschen. Jeder verbindet unterschiedliche Charaktereigenschaften und äußere Besitztümer mit diesem Wort.

Dieses Bild ist ein Produkt aller Filme, Serien, Menschen, Stammtischrunden und Werbeanzeigen, mit denen du im Laufe deines Lebens bombadiert wurdest.

Und genauso konfus und verzerrt, wie Wahrheiten dort dargestellt werden, siehst du auch dich selbst.

Manche Menschen definieren sich über ihre Träume und Ziele im Leben.

Manche Menschen definieren sich über ihren Beruf.

Manche Menschen definieren sich über das, was sie gut können.

Manche Menschen definieren sich über das, was sie nicht gut können.

 

Du bist nicht aber deine Gedanken

 

Ich glaube fest daran, dass du, wirklich DU – dein wahres Selbst- nicht von außen erkennbar ist.

Das DU ist das, was dich von innen heraus antreibt.

Dein Verlangen. Deine Sehnsucht.

Was ist deine Sehnsucht?

 

Diese Frage wurde im Laufe unseres Lebens oft unterdrückt.

Sehnsüchte sind für die meisten Menschen „Träumereien“. Sie sind unangenehm, wenn wir sie nicht wahrhaben wollen.

Sehnsüchte sind oft kindisch, aber auf jeden Fall NIE durchdacht.

Sie sind diese kleinen Wünsche und Impulse, die unsere Entscheidungen fällen.

„Sage ich ihm, dass er ein Arschloch ist, lächle ich einfach an als wäre nix oder stelle ich ihn sogar irgendwie bloß, damit er sich mal richtig mies fühlt?“

 

„Stopfe ich diese glücklich aussehende Schoki noch vor dem Frühstück in mich rein, obwohl ich weiß, dass ich pro Gramm Schokolade 10 Kilo zunehme oder trink ich stattdessen ein Glas Wasser?“

„Lächle ich diesem heißen Feger auf der Straße jetzt hinterher oder schaue ich doch lieber meiner Frau in die Augen, die gerade anfängt, ihre Fingernägel in meiner Handinnenfläche zu vergraben?“

Du wirst auf die meisten dieser Fragen klare Antworten haben.

 

Sie werden von deiner tiefen Sehnsucht gelenkt.

Wenn du dich zum Beispiel am meisten nach Abenteuer sehnst, wird deine Antwort anders ausfallen, als die von jemandem, der sich nach Sicherheit und Stabilität sehnt.

Wenn dir Harmonie besonders wichtig ist, werden deine Antworten anders ausfallen, als wenn du nach Freiheit strebst.

Was ist deine Sehnsucht? Was ist deine Sehnsucht?

 

Was ist DEINE Sehnsucht?

Stell dir diese Frage in den nächsten Tagen doch ein paar Mal.

Auch dann, wenn du glaubst, die Antwort darauf schon gefunden zu haben.

Denn, wie schon gesagt: Oftmals sind die ersten Antworten nicht die besten.

Sie sind oft oberflächlich. Manipuliert von unseren Gedanken, die wiederum von anderen Faktoren beeinflusst und gelenkt wurden.

Nur dein Herz weiß die Wahrheit.

Nur deine Gefühle zeigen dir deine Sehnsucht.

Du sehnst dich danach.

Nicht: Du willst es gerne haben.

Der Gedanke, es nicht zu haben oder nie zu bekommen fühlt sich echt kacke an? Herzlichen Glückwunsch:

DAS ist eine Sehnsucht.

Der Gedanke, es nicht zu haben oder nie zu bekommen lässt dich etwas unwohl fühlen, aber du sagst dir mit Leichtigkeit „Naja, wird schon nicht so wichtig sein.“ ? Dann wirst du hier deine tiefe Sehnsucht noch nicht gefunden haben.

Warum solltest du deine Sehnsucht kennen?

 

Zum einen, weil sie vieles erklärt, was dir bisher passiert ist. Sie erklärt die Entscheidungen, die du bereust. Sie erklärt, warum du damals Schluss gemacht hast, anstatt weiter zu kämpfen und sie erklärt, warum du dich nicht für einen Weg entschieden hast, der dich vielleicht lebendiger hätte fühlen lassen.

Zum anderen ist sie ein Wink mit dem Zaunpfahl der Glückseligkeit (TM) – was für ein geiler Titel…

Der Weg, den du beschreitest, wenn du deinen Weg nach diesem Sehnen ausrichtest, wird sich für dich richtig anfühlen.

Quasi ein Weg des Herzens, wie wir spirituellen Gurus bei unseren wöchentlichen Stammtischen immer sagen.

Wichtig: Bevor du deine Entscheidungen an deiner Sehnsucht orientierst, solltest du sie GUT und über einen längeren Zeitraum hinweg hinterfragt haben. Am besten mit anderen Menschen zusammen.

Der Weg der Sehnsuch hat übrigens kein Ziel. Der WEG fühlt sich gut an.

Die Entscheidungen fühlen sich gut an, wenn du sie aus deinem Herzen heraus triffst.

Wenn du wirklich aus der Basis deiner Sehnsüchte lebst, wirst du dich lebendig fühlen.

Du wirst wissen, wo dein Weg hingeht. Du wirst erkennen, dass alles bisher seinen Sinn hatte.

Völlig egal, ob deine oberflächlichen Ziele schon erreicht sind, wie der tolle Partner, das tolle Auto oder das große Einkommen.

Soviel dazu. Also:

Was ist deine Sehnsucht?

 

Arne

 

 

2017-02-15T16:49:52+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

Ein Kommentar

  1. Chris 18. März 2017 um 8:14 Uhr- Antworten

    Hey Arne,

    ich finde es ist wirklich ein schöner Ansatz sich einmal intensiv mit den tief verborgenen Sehnsüchten zu beschäftigen. In unserer Gesellschaft wird diese Herangehensweise nicht wirklich gelebt. Menschen werden meistens von außen durch gesellschaftliche Vorstellungen und Zwänge angetrieben , anstatt von Innen heraus.

    Eine Übung, die für mich persönlich sehr erleuchtend war: Man stelle sich seinen absolut perfekten Tag vor und male ihn sich aus bis ins kleinste Detail! Mit wem verbringst du diesen Tag, was isst du? Was sind deine Aktivitäten, wie sieht dein menschliches und natürliches Umfeld aus? In welchem Geisteszustand bist du?

    Die Übung ist banal, aber lässt einen nicht selten viel wahnsinnig viel über die eigenen Sehnsüchte erfahren!

    Liebe Grüße
    Chris

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