Welche unerwartete Lebenslehre ich aus den ersten 10 Seiten der Autobiografie von Arnold Schwarzenegger gelernt habe

Bevor ich anfange:

Lege beide Hände auf deinen Schoß.

Jetzt, neige deinen Kopf etwas nach links, so ungefähr in einem Winkel von 60 Grad.

Nun mach deinen Rücken ein klein wenig rund, lass deinen Kopf nach vorn fallen und schließe die Augen.

So habe ich mich nach jeder Seite der Autobiografie von Arnold Schwarzenegger, „Total Recall“, gefühlt.

Es gibt Bücher, die fesseln dich. Die reißen dich mit und erschaffen in dir das Verlangen, nie mit Lesen aufzuhören. Dieses Buch erfüllt nichts davon. Zumindest nicht bei mir. Es ist das erste Buch, das ich seit langem gekauft habe und ich war einfach nur stolz darauf, dass ich es endlich mal wieder geschafft hatte, mir ein neues Buch zu holen, anstatt meine schon bestehende Büchersammlung immer und immer wieder zu lesen, in der Hoffnung, dass ich in der Zwischenzeit vergessen habe, worum es ging oder sich mein Horizont in den letzten Monaten SO stark erweitert hat, dass ich auch nach dem zwanzigsten Mal durchlesen noch neue Erkenntnisse daraus gewinne.

Das mag bis zu einem gewissen Grad auch funktionieren, aber irgendwann kennt man einfach alle Inhalte auswendig und selbst die lehrreichsten und spannendsten Kapitel sind nur noch schwarze Buchstaben auf weißem Papier.

(Übrigens: Lustigerweise hat Matthias Brückner von riskiereundgewinne.de gerade erst selbst über das Thema mit den Büchern geschrieben. Er vertritt da eine etwas andere, wenn auch für mich durchaus nachvollziehbare Sicht.)

Dieses Buch sollte mein Wiedereinstieg in das aktive Lesen werden, vor allem, weil ich glaube, dass man in Lebensläufen anderer Menschen immer ein paar Fakten findet, die einem zeigen, welche Fehler man besser nicht machen sollte. Aber vor allem erkennt man oft: Am Ende schließt sich der Kreis. Immer. Keine Erfahrung ist je umsonst. Und von einem Mann, der einen erfolgreichen Schauspieler, einen Bodybuilding-Champion, einen Regisseur, einen Filmproduzenten und den Gouverneur von Amerikas Symbolstaat für Erfolg und Unterhaltung in sich vereint,  kann man doch sicher noch eine ganze Menge lernen.

Das Geheimnis Arnolds Erfolges?

Also zurück zum Inhalt. Auf den ersten Seiten ist noch nicht so viel über Arni selbst zu lesen. Im Grunde beschreibt er die Situation Österreichs in der Nachkriegszeit, in der er geboren wurde. Für jemanden wie mich, für den der Geschichtsunterricht in der Schule schon nur eine festgelegte Zeit war, um meine Mario-Kart-Rekorde auf dem Gameboy zu knacken und neue Papierflieger zu falten, eine Passage, die mein Interesse nicht wirklich effektiv von dieser übergroßen Fliege an meiner Wand weglenken konnte.

Als ich mich nach 10  Seiten immernoch durch jeden Satz quälen musste, habe ich innegehalten. Warum fällt es mir gerade so schwer, das hier zu lesen? Denn… ich lese eigentlich gern und die Fakten sind ja durchaus interessant. Man bekommt ehrlich gesagt sogar ein recht detailliertes Bild vor Augen, wie er aufgewachsen ist.

Fakten.

Genau das ist es!

Arnold schreibt Fakten!

Im Grunde genommen ist dieses Buch (zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt) eine geschichtliche Abhandlung über das Leben eines Mannes. Es steht da, wie er gelebt hat, wie seine Umwelt aussah, was er alles getan hat… aber es fehlt eines:

Gefühle!

So etwas, wie eine echte Meinung und tiefergehende Gedanken. Das Buch ist sehr statisch geschrieben, ohne viel Emotion.

Macht das nicht Sinn? Arnold Schwarzenegger, ein Mann, der bisher ALLES erreicht hat, was er sich vorgenommen hat, hält sich in diesem Buch nicht mit großer Gefühlsduselei auf. „Ihr wollt wissen, was in meinem Leben passiert ist? Da stehts. Zeitlich geordnet und auf das Nötigste rediziert.“

Was, wenn das seine gesamte Lebenseinstellung ist? Wenn er sein Leben auf GENAU DIESE ART UND WEISE lebt und vielleicht genau DESHALB so erfolgreich geworden ist?

Er hält sich nicht mit DEM auf, was auf seinem Weg keine Bedeutung hat. Er sieht, wo er jetzt steht (A), legt fest, wo er hin will (B) und zieht dann eine Gerade zwischen A und B.

Wie oft habe ich in der Vorbereitung auf meine Selbstständigkeit Tipps gelesen, wie „Schalte Ablenkungen aus.“ oder „Verbanne Unwichtiges aus deinem Tagesablauf.“ Meinten diese Leute vielleicht genau DAS?

Warum Ablenkungen unglücklich machen

Ist es nicht so, dass wir uns STÄNDIG von Unwichtigem Ablenken lassen? Von Dingen, die in unserem Leben wirklich keinen Mehrwert erschaffen, wie Katzenvideos, stündliches Checken der Facebook-Neuigkeiten und Grübeln über verpasste Gelegenheiten? Verlieren wir uns nicht auch manchmal in Gefühlskarussellen, die uns einfach nur herunterziehen, anstatt uns irgendwie zu helfen? Darüber, wie man diese Gefühlskarusselle effektiv beenden kann, habe ich übrigens in einem älteren Artikel schon mal geschrieben (Stirb einfach – Wie du jedes seelische Tief genießen kannst).

Wie oft würden wir unser Leben viel echter, aufmerksamer und zufriedener leben, wenn wir uns einfach mal auf die FAKTEN konzentrieren würden, die uns WIRKLICH weiterhelfen? Ich bin da übrigens selbst auch bei Weitem nicht perfekt. Auch meine Gedanken trampeln immer wieder auf Pfaden, die mich am Ende doch nur im Kreis laufen lassen.

„Aber komm schon, diese Katzenvideos sind doch süß und sie erhellen meine Laune für einen Augenblick!“

Aber hattest du nicht gerade noch etwas anderes zu tun? Wusstest du, dass unser Gehirn ca. 20 Minuten braucht, um sich nach einer Ablenkung wieder auf die eigentliche Aufgabe zu fokussieren? Aus dem Grund HASSEN es Blogger und Schriftsteller übrigens, wenn jemand zur Tür reinplatzt oder das Handy klingelt.

Wieviel Zeit geht uns sinnlos beim Wiederfinden unseres Fokus verloren, weil wir unsere Aufgaben nicht einfach mal bis zum Ende durchziehen und erst DANACH etwas angenehmeres machen?

„Aber ich kann nicht aufhören zu grübeln. Meine Gedanken kann ich einfach nicht stoppen…“

Vielleicht hast du keinen Punkt „B“? Um irgendetwas „erreichen“ und sich von Ablenkungen losreißen zu können, muss man seine Ziele kennen.

Und das ist nicht nur Vorraussetzung für Ziele wie „Ich werde Weltmeister im Bodybuilding“ oder „Ich will in einem großen Haus mit Garten wohnen“. Es können auch kleine Ziele sein, wie „Ich möchte nicht mehr so sensibel sein“, „Ich möchte disziplinierter werden“ oder „Ich will meine limitierenden Glaubenssätze auflösen“.

Wer mit dem JETZT nicht zufrieden ist, muss definieren, wo er stattdessen hin will. Wer das nicht weiß, wird sich gegen jede Form der Ablenkung kaum wehren können. Wie lange wollen wir noch der Spielball unserer Umwelt sein?

Also, warum konzentrieren wir uns nicht manchmal einfach nur auf die Fakten und geben diesem Drang, sich mit etwas zu beschäftigen, was uns möglichst SOFORT ein angenehmes Gefühl gibt, keinen Vorrang? Wir müssen ja nicht gleich Mr. Universum nacheifern.

Natürlich sollte man das Leben auch einfach mal genießen, ohne sich um das Drumherum zu kümmern, keine Frage. Aber wenn wir mit den Füßen schon im Schlamm feststecken und plötzlich ein süßes Glühwürmchen vor uns bemerken, das uns ein kurzes Lächeln auf die Lippen zaubert…. stecken wir deswegen immernoch verdammtnochmal im Schlamm fest!

Ist es nicht manchmal besser, Annehmlichkeiten und tiefe Befriedigung auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben, wenn sie im Moment nur eine Ablenkung unserer eigentlichen Aufgabe darstellen?

Was sagst du dazu? Ich würde mich freuen, mit dir in den Kommentaren darüber diskutieren zu können, weil mich wirklich interessiert, wie das Andere sehen.

Alles Liebe,

Arne

Arne

Bildquelle:

Gage Skidmore (bei Flickr.com unter der Creative Common License)

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2014-12-04T13:58:18+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

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