Das Geheimnis ungeteilter Aufmerksamkeit – Welche Uhren ticken bei dir?

Jeder kennt diese Hölle: Du liegst abends im Bett, willst einschlafen… und dann siehst du die Uhr an deiner Wand! An sich nicht schlimm, die hängt schließlich schon lange da, aber jetzt machst du einen Fehler: Du schaust auf den Sekundenzeiger und wunderst dich, warum du ihn nicht hörst…

Tick…

Tack…

Tick…

Tack…

Mist, jetzt hörst du ihn! Du schaust weg, machst das Licht aus und die Augen zu, versuchst, dich auf etwas Anderes zu konzentrieren…

Tick…

Tack…

Aber das Ticken des Zeigers tönt laut wie Glockenschläge durch den Raum. Jede Sekunde hämmert grausam in deine Ohren hinein…

Tick…

Tack…

Ist das nicht ärgerlich? Bis vor einer Minute hast du noch nicht einmal bemerkt, dass diese Uhr da ist und nun raubt sie dir mit markerschütternder Lautstärke deinen kostbaren Schlaf. Und das, obwohl du ihr nur eine Sekunde deine Aufmerksamkeit gewidmet hast.

In diesem Artikel soll es aber nicht ums Einschlafen gehen. Nein, es geht um etwas viel Größeres, denn diese tickende Uhr ist nur ein Beispiel unter vielen.

 

Hast du schon einmal etwas überhört? Etwas nicht gehört, was eigentlich zu hören war?

Ein Kompliment.

Eine Aufgabe für dich.

Ein fahrendes Auto auf der Straße.

Jemanden, der deinen Namen ruft.

Es wäre ja nicht so, dass diese „Geräusche“ nicht dagewesen wären, sondern du hast sie einfach nur nicht bemerkt. Also halten wir fest:

 

Fakt #1: Es ist möglich, ein existierendes Geräusch nicht zu hören.

 

Aber was hörst du stattdessen? Wenn du nicht taub bist, dann musst du ja in diesem Moment irgendetwas gehört haben. Und hier ist der Punkt:

Du hörst, auf was du dich konzentrierst. Wir hören selektiv, also werden in diesem Moment alle anderen Geräusche leise gedreht, damit du dich besser auf eine bestimmte Sache konzentrieren kannst.

 

Fakt #2: Wenn du dich auf ein Geräusch konzentrierst, werden alle anderen Geräusche leiser.

 

Völlig egal, was es für ein Geräusch ist. Die Worte aus dem Mund eines Anderen, das Flattern einer Fahne im Wind, das Summen einer Mücke, das innere Gespräch mit dir selbst…

Alles, worauf du dich konzentrierst, wird laut.

Du kannst es nun nicht mehr überhören.

Du hörst, auf was du dich konzentrierst

Mit diesem Hintergrundwissen macht es plötzlich viel mehr Sinn, warum sich bestimmte Situationen in deinem Leben immer wiederholen, oder? Wem schenkst du immer wieder deine ungeteilte Aufmerksamkeit?

Dem Kritiker, der dir das sagt, was du falsch machst oder dem Lobenden, der anerkennt, was du gut gemacht hast?

Der inneren Stimme, die dir sagt, was für ein Idiot und Versager du bist oder der inneren Stimme, die schulterzuckend meint „Naja, so schlimm ist es ja eigentlich nicht.“ ?

Den lebendigen erscheinenden Szenen einer Vergangenheit, die du sowieso nicht mehr ändern kannst oder den Möglichkeiten, die der jetzige Moment bietet, um so zu leben, wie du wirklich leben möchtest?

 

Wir leiden nicht an Umständen. Wir leiden nicht an anderen Menschen oder dem, was sie uns sagen oder antun. Wir leiden, wenn wir uns auf das Leiden konzentrieren, das diese Dinge in uns auslösen. Das sollten wir ab und zu auch tun, um an diesen Situationen wachsen zu können, aber niemand hat die Kraft, sich STÄNDIG diesem Druck auszusetzen. Nicht du, nicht ich, niemand.

Wäre es auf lange Sicht nicht einfacher, in bestimmten Situationen einfach zu sagen: „Ich will mich damit jetzt nicht befassen!“ ?

Diese Entscheidung kann dir aber niemand abnehmen. DU musst sie für dich ganz alleine treffen.

Und danach?

Folge deiner Entscheidung! Sich einfach nur zu wünschen, etwas wäre nicht mehr da, bringt nichts. Dein Unterbewusstsein kennt das Wort „nicht“ nicht.

„Ich will mich jetzt nicht darauf konzentrieren, dass diese Situation scheiße gelaufen ist!“

Dein Unterbewusstsein hört:

„Ich will mich jetzt darauf konzentrieren, das diese Situation scheiße gelaufen ist!“

 

„Ich will diese tickende Uhr nicht mehr hören!“

Dein Unterbewusstsein hört:

„Ich will diese tickende Uhr hören!“

 

 „Ich werde jetzt nicht an einen rosa Elefanten denken!“

…naja, du kennst das Spiel.

 

Widme dich etwas Anderem! Sofort! Die eigenen Gedanken von ihrer Richtung abzubringen funktioniert selten, indem du einfach versuchst, an etwas anderes zu denken. So bekämpfst du Feuer mit Feuer.

Der beste Weg, sich auf etwas Anderes zu konzentrieren, ist, einfach zu handeln und die Gedanken folgen zu lassen.

Werde aktiv, widme dich etwas Anderem und deine Gedanken werden dir folgen.

Suche dir selbst aus, welchen Uhren du in deinem Leben beim Ticken zuhören möchtest!

Alles Liebe,

Arne

Opt In Image
Mehr solcher Artikel?
Dann trage dich jetzt in den kostenlosen Newsletter ein!

Außerdem bekommst du für deine Anmeldung den Audio-Kurs "4 Schritte zu mehr innerer Stärke und Leidenschaft" als GRATIS-Download.

Kein-Spam-Politik. Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

2016-01-05T11:03:05+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

2 Comments

  1. Micha 26. September 2014 um 23:18 Uhr - Antworten

    Das ist jetzt schon der dritte Artikel am Stück, den ich kommentiere. Dein Blog ist einfach gut.

    In mir kam gerade der Gedanke auf, dass ich mich nicht von allen negativen Dingen abwenden will. Besonders nicht von meinen aufkommenden Gefühlen. Aber was du hier schreibst, kann ich nur bestätigen und wende es tagtäglich ja auch selber an. Indem ich mich auf das Gute in einer Situation konzentriere, das Gute in Menschen suche und die Lektion aus Erfahrungen ziehen will.

    Um diese beiden scheinbar gegensätzlichen Herangehensweisen zu verbinden, würde ich auf eine Stufe höher wechseln:

    Wenn ich meine negativen Gefühle wahrnehme, dann lenke ich mich nicht ab, sondern lasse sie bewusst zu und schenke ihnen meine achtsame Aufmerksamkeit. Dabei fokussiere ich mich jedoch bewusst. Fokus hin auf das Gefühl selbst und weg von meinen Gedanken. Wenn ich mich auf die negativen Assoziationen konzentriere, dann höre ich diese Gedanken lauter und deutlicher und spüre mein Gefühl nicht mehr richtig. Wenn ich mich auf das Gefühl konzentriere, dann spüre ich es vollkommen bewusst und kann es einfach zulassen, damit es „seinen Zweck erfüllt“ und loslöst.

    Ziemlich komplex, dieses Gedankenkonstrukt. Vielleicht kann ja jemand was damit anfangen :D

    Beste Grüße
    Micha

    • Arne 29. September 2014 um 17:14 Uhr - Antworten

      Hey Micha,

      dank dir. Freut mich unheimlich, dass dir mein Baby hier so gut gefällt.

      Ja, deswegen habe ich auch geschrieben „Das sollten wir ab und zu auch tun, um an diesen Situationen wachsen zu können…“. Reines zwanghaftes positiv-Denken ist meiner Ansicht nach der Killer für jede persönliche Entwicklung. Bejahendes Annehmen der eigenen Gefühle und auch der äußeren Umstände sollte immer Mittel der Wahl sein.

      Liebe Grüße,
      Arne

Hinterlassen Sie einen Kommentar