Warum du unzufrieden bleiben solltest um glücklich zu sein

Kennst du diese Momente, in denen deine Welt zusammenbricht? Diese Momente, in denen alles, woran du glaubst, von der unbarmherzigen Walze der Realität überrollt wird?

Dein Partner macht quasi aus dem Nichts mit dir Schluss.

Jemand aus deinem nächsten Bekannten- oder Verwandtenkreis stirbt ganz plötzlich.

Du verlierst von heute auf morgen deinen Job.

Du stellst fest, dass die „Liebe deines Lebens“ in jemand anderen verliebt ist.

Kein schönes Gefühl oder? Aber ich glaube, die meisten machen daraufhin das Falsche. Was sie tun?

Sie versuchen ALLES, um diesen Zustand wieder zu ändern. Da wird zehn Sekunden später schon „Wie bekomme ich meinen Ex zurück“ oder „Wie werde ich erfolgreicher im Job“ gegoogelt. Manch einer kauft sich ein Haustier, das von der Trauer ablenkt. Andere versuchen es mit exzessiven Sauf- und Partynächten oder stürzen sich in Arbeit, während der Rest ihres Lebens auf der Strecke bleibt.

Kurz gesagt tun die meisten Leute ALLES, um der jetzigen Realität zu entfliehen. Und warum?

Die Realität fühlt sich nicht immer gut an.

Wir wollen alle negativen Gefühle am liebsten vermeiden. Das ist ein Instinkt, das willst du, das will ich, das will jeder. Aber wie viel Zeit geht uns dadurch verloren, dass wir versuchen, eine Realität zu erschaffen, die es nicht (mehr) gibt? Wir werden zu Regisseuren unseres eigenen romantischen Hollywood-Blockbusters.

Denn das ist die Aufgabe von Fernsehen, Kino, Theater und Co.

Sie entreißen dich, zumindest für eine gewisse Zeit, der Realität. Deine Probleme werden unwichtig, denn du versinkst in einer anderen Welt. In einer Welt, die von schöner Beleuchtung, mitreißender Hintergrundmusik und müffelnden Drehbuchautoren erschaffen wird.

Und warum machen wir das? (Ich will hier übrigens niemanden verurteilen. Ich bin wahrscheinlich der größere Serienjunkie von uns beiden…)

Weil es sich gut anfühlt, in eine Welt abzutauchen, in der alles Sinn macht und am Ende alle glücklich sind.

Aber diese Welt verpufft durch das Ausschalten des Fernsehers genauso schnell wieder, wie sie gekommen ist. Denn im wahren Leben macht nicht immer alles Sinn. Es gibt nicht in jedem Lebensabschnitt ein Happy End und die stimmungsverstärkende Hintergrundmusik fehlt irgendwie auch. Viele Leute scheinen deswegen der Meinung zu sein, dass das Leben einfach nicht so gut ist, wie in Filmen und Fernsehserien.

Aber ist es wirklich das Leben an sich, an dem wir leiden? Ich sage: Nein.

Wir leiden nur dann am Leben, wenn wir glauben, es müsste anders sein. Glücklicher. Angenehmer. Leichter. Logischer.

Wir verschwenden soviel Konzentration darauf, glücklich zu werden, dass wir die Momente verpassen, in denen wir es schon sind.

Lass es zu, dass du unzufrieden bist!

Wenn du es zulässt, dass du dich auch mal nicht so gut fühlst, wirst du ganz schnell feststellen: Das geht vorbei. Die Momente, in denen du glücklich bist, kommen genauso schnell, wie die, in denen du am liebsten abtauchen möchtest. Und dieses Zulassen und Aushalten von negativen Gefühlen kann man lernen. Zum Beispiel in den folgenden Situationen:

Lass es zu, dass du hungrig bist.

Such nicht ständig sofort nach einem Snack, wenn sich das Hungergefühl mal wieder meldet. Fühle, dass du hungrig bist, aber warte bis zur nächsten Mahlzeit, bis du tatsächlich etwas isst. Der Hunger wird dich nicht umbringen, versprochen. Lerne, dieses unangenehme Gefühl auszuhalten.

Lass es zu, dass dir kalt ist.

Zieh dir nicht jedes Mal gleich wärmere Socken an, wenn deine Zehen frieren. Spring nicht jedes Mal im Dreieck, um dich aufzuwärmen. Bemerke, dass dir kalt ist, schau in dich hinein, halte es einfach aus und du wirst merken, dass du trotz des unangenehmen Gefühls noch lebst.

Lass es zu, dass du nicht das hast, was du gerne hättest.

Egal, ob Menschen oder Dinge. Höre auf, alles kontrollieren zu wollen! Richtig, es fühlt sich nicht gut an, wenn du das Gefühl hast, dir würde etwas fehlen. Aber es ist nur ein Gefühl. Das ist kein tatsächliches Messer, das dir in den Bauch gerammt wird und du wirst von diesem Gefühl nicht sterben (Es sei denn, du wirst tatsächlich angegriffen und jemand rammt dir ein Messer in den Bauch. In diesem Fall möchte ich aus rechtlichen Gründen anmerken, dass dieser Artikel nicht den Besuch beim Karate-Trainer oder Arzt ersetzen will…)!

Lass es zu, dass du traurig bist und dich einfach nur hilflos und verloren fühlst.

Denn seien wir ehrlich: Wenn du dich so fühlst, dann BIST du es wahrscheinlich gerade auch. Du brauchst dir nicht zu wünschen, dass es nicht so wäre, weil es ja schon so ist! Schluck deinen Stolz mal für einen Moment runter und erkenne an, dass du auch nur ein Mensch, wie jeder Andere bist.

Und wenn du einfach HIER bist, im Jetzt, und anerkennst, dass die Realität eben nicht nur aus Endorphinschüben besteht, wirst du bald feststellen: Du lebst trotzdem. Nein, besser noch: du lebst jetzt erst richtig! Denn du spürst endlich das, was dir dein Körper sagen will, ohne seine Signale sofort wieder zu betäuben.

Du wirst vielleicht schon festgestellt haben, dass sich etwas Gutes immer erst dann RICHTIG gut anfühlt, wenn du dich kurz vorher nicht so gut gefühlt hast. So ist es auch mit jeder noch so kleinen Sache. Wir können die guten Zeiten unseres Lebens oft nicht mehr richtig genießen, weil wir gar nicht mehr wissen, wie es sich anfühlt, wirklich unzufrieden zu sein. Wir kennen das Gegenteil gar nicht mehr, weil wir vor ihm ständig nur davonlaufen.

Deswegen: Lass uns aufhören, ständig glücklich sein zu wollen. Lass uns das Unangenehme fühlen, es annehmen und die Augen offen halten: denn das Glück wird bald wieder um die Ecke kommen. Und wir entscheiden JETZT, ob wir es zu diesem Zeitpunkt erkennen oder ob wir noch zu beschäftigt sein werden, es zu suchen.

Alles Liebe,

Arne

 

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2016-01-05T10:55:24+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

4 Comments

  1. Zera 9. Januar 2015 um 14:12 Uhr - Antworten

    Schöner Artikel!

    Leider ist vielen Menschen heutzutage nicht bewusst, dass es „normal“ ist wenn man Trauer zulässt bzw. man eine schwierige Zeit durchmacht. Wenn man die „schlechten“ Gefühle ständig unterdrückt und nicht zulässt, dann kann man die Erfahrung auch nicht richtig verarbeiten. Außerdem verschwindet das unangenehme Gefühl auf diese Weise nicht, sondern macht sich irgendwann auf andere Weise bemerkbar.
    Wenn ich mal traurig bin, dann lenke ich mich meistens mit meinem Smartphone ab. Ich werde versuchen mir das abzugewöhnen :)

    Viele Dank für den Artikel!

    Liebe Grüße
    Zera

    • Arne 12. Januar 2015 um 13:52 Uhr

      Hi Zera, vielen Dank!

      Ja, der Drang ist groß, sich in belastenden Momenten vom Problem abzuwenden… Aber der Lohn ist am Ende viel wertvoller, wenn wir uns doch mit unserem Gefühl beschäftigt haben.

      alles liebe, Arne

  2. Micha 26. September 2014 um 22:25 Uhr - Antworten

    Hey Arne,
    geiler Blog, geile Themen, geiler Type!

    Mir ist die letzten Tage immer wieder kalt gewesen und heute durfte ich todeshungrig vom Büro nach Hause fahren und bin fast gestorben. Es fiel mir unfassbar schwer, bewusst zu bleiben und achtsam zu beobachten. Deshalb denke ich gerade:

    Ey, wir brauchen gar keine große Tragik im Leben, um uns in der Achtsamkeit für die eigenen Gefühle zu üben. Alleine das kalt sein oder Hunger (vor allem bei mir als Genießer…) sind schon große Herausforderungen – die wir als Lektionen nutzen können. Aber nicht so langweilige Schulklassen-Lektionen. Nein man, so richtige Zen-Samurai-Ninja Lektionen mit mystischer Qualität!

    Ich setze mich die letzten Wochen besonders proaktiv mit Achtsamkeit und Authentizität auseinander.. und das holt den ganzen krassen Scheiss hervor, das kannste dir vorstellen, denke ich. :D Es ist geil, aber oft auch noch überfordernd. Ich neige dann stets zum emotionalen Essen.

    Deshalb sehe ich so Sachen wie Hunger, Kälte oder in der Schlange an der Kasse stehen und ungeduldig sein als die besten Übungen, um diesen Achtsamkeits-Skill zu trainieren.

    Danke für den Artikel.
    Beste Grüße

    Micha

    • Arne 29. September 2014 um 17:04 Uhr

      Haha, und wie ich das kenne. Emotionales Essen war es bei mir nie. Ich habe dann immer ewig kochend-heiß geduscht ;)

      Liebe Grüße

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