WARUM du (bis jetzt) keine Veränderung durchhältst

Als aufmerksamer Leser meines Blogs und meines Newsletters wird dir schon aufgefallen sein, dass ich großen Wert darauf lege, dass du weißt, WARUM du tust, was du tust. WARUM du willst, was du willst. WARUM du glaubst, was du glaubst. Jetzt hat Markus Cerenak, ein Blogger-Kollege, dazu aufgerufen, die eigenen WARUMS in einem Blogartikel zu offenbaren – die Links dazu findest du am Ende des Artikels. Ich freue mich, dass auch Andere die Wichtigkeit dieser Frage erkannt haben und will mich deswegen mit diesem Artikel an dieser Aktion beteiligen.

Wenn du die Theorie überspringen willst, kommst du >>hier<< gleich zu meinen persönlichen WARUM’s.

Aber warum diese ständige Frage nach dem WARUM?

Ich habe absolut keine Ahnung, ob es pädagogisch gesehen schlau ist, mit den Negativfolgen zu argumentieren, aber ich werde es einfach mal darauf ankommen lassen. Wenn du dein WARUM nicht kennst, wirst du nämlich früher oder später folgende Erfahrungen machen:

  • Midlife-Crisis
  • Burnout
  • Depression
  • Ein leidenschaftsloses Leben, dessen du dir erst bewusst wirst, wenn es schon fast zu spät ist.

Und falls du diese Zustände schon kennst, dann wirst du sie so lange immer wieder durchleben müssen, bis du dein WARUM gefunden hast.

Naja okay, ich gebe zu, das klang jetzt ein wenig dramatisch. Aber genügen dir diese Gründe trotzdem, dich dieser Frage einmal etwas ausdauernder zu widmen?

Warum ist die Frage nach dem WARUM oft so unangenehm?

Ich erinnere mich ziemlich genau an meinen Professor für Physiologie während meiner Physiotherapie-Ausbildung. Die Schüler haben ihn gehasst, ich eingeschlossen, und das hatte einen Grund: Bei ihm regnete es schlechte Noten, denn er hatte einen besonderen Anspruch an uns. Wenn man ihm eine Antwort auf eine Frage gegeben hat, dann hat er gefragt „Und warum passiert das so?“. Wenn man ihm diese Antwort noch geben konnte, folgte die nächste „Und warum ist das so?“ und wenn man diese noch wusste, die nächste und so weiter. So konnte die Frage nach der Funktion der Niere (auf die es am Ende nur 3 Punkte gab!) schonmal eine ganze Stunde in Anspruch nehmen. Bei kaum einem anderen Lehrer wurden so viele Tränen nach der Ausgabe der korrigierten Klausuren vergossen, wie bei ihm.

Denn er wollte – und das hat er uns offen gesagt- , dass wir besser werden, als alle anderen da draußen. Er wollte nicht, dass wir wissen, wie der Körper funktioniert. Er wollte, dass wir wissen, WARUM der Körper so funktioniert, wie er das tut, damit wir auch an der richtigen Stelle behandeln können.

Er wollte nicht nur, dass wir das tun können, was den Patienten im ersten Moment Linderung verschafft. Er wollte, dass wir wissen, was langfristig hilft. So ätzend es war, für seine Klausuren zu lernen und so leidenschaftlich ich ihn dafür gehasst habe, genauso dankbar bin ich ihm heute dafür, denn er hat mir eine der wichtigsten Lektionen des Lebens beigebracht:


Um in irgendetwas erfolgreich zu sein, musst du wissen, WARUM du es machst.

In seinem Fall ging es um bestimmte Organe oder Muskeln. Um ein schmerzendes Gelenk richtig behandeln zu können, musst du nicht nur wissen, dass es wehtut, sondern auch, WARUM es überhaupt im Körper ist; welche Funktion es konkret für den Patienten erfüllt.

Und um herauszufinden, wie du dein Leben ab jetzt glücklich und selbstbestimmt lebst, musst du nicht nur wissen, was du konkret dafür tun solltest, sondern auch, WARUM du es tun solltest; welche Funktion es für dich erfüllt.

Denn man kann jahrelang an einem kaputten Gelenk herumdoktern und immer wieder eine kurze Linderung der Beschwerden erreichen, ohne dass die Schmerzen tatsächlich weniger werden. Du kannst auch immer wieder neue Hobbies, Jobs oder Selbsthilfetechniken ausprobieren, die dir jedes Mal einen kurzen Motivationsschub geben, ohne letzten Endes tatsächlich das Gefühl zu haben, glücklich und selbstbestimmt zu leben.

Du wirst NICHTS in deinem Leben durchhalten, wenn du nicht weißt, WARUM du es tust. Es ist einfach, sich auf eine Sache zu konzentrieren, wenn man sonst keine Probleme hat. Sobald aber andere Baustellen in deinem Leben dazukommen (Beziehungen, finanzielle Schwierigkeiten, Kinder, Krankheit, …), wird dein innerer Schweinehund schreien: „Gib auf! Komm schon, das kann warten! Du hast doch genug andere Probleme, um die du dich kümmern musst! Es ist viel zu schwer, das alles unter einen Hut zu kriegen, das ist es nicht wert! Es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt dafür!“. Wenn du ihm keine Gründe geben kannst, WARUM er im Unrecht ist, wirst du ihm nachgeben und fühlst dich mit der Zeit immer frustrierter, weil deine Träume immer Schäume bleiben.

Daran scheitert fast jeder neue Trainingsplan, jede Ernährungsumstellung, jeder Versuch, eine bestimmte Selbsthilfetechnik in deinen Tagesablauf zu integrieren… einfach jede Veränderung.

Also, da es mir sehr am Herzen liegt, dass du aus jedem Artikel von mir auch etwas mitnimmst, hier meine Aufgabe für dich:

 


Nimm dir eine halbe Stunde Zeit.
Nimm dir Zettel und Papier.
Schreibe dir die Dinge auf, von denen du (eigentlich) weißt, dass sie dich glücklich machen (würden, wenn du sie nur durchhalten würdest).
Schreibe dir hinter all diese Dinge auf, WARUM sie dich glücklich machen. Welchen Mehrwert geben sie dir?

 

Einen Punkt sollte ich noch erwähnen: Frage nie, WARUM deine Vergangenheit so ist, wie sie ist.

Die Frage nach dem WARUM ist wahnsinnig machtvoll. Sie kann dir den ultimativen Motivationsschub auch in schwierigen Zeiten geben, aber sie kann dich genauso gut zur Verzweiflung bringen. Frage nie nach dem WARUM einer Sache, die du nicht mehr ändern kannst! Das führt zu nichts, außer Frust und Verzweiflung.

Ich bin nicht wirklich ein Freund vom Verdrängen, aber in diesem Fall sei es dir erlaubt. Ja, unsere Gedanken neigen dazu, sich dem Schmerz der Vergangenheit immer wieder widmen zu wollen, wenn wir mit der gegenwärtigen Situation unzufrieden sind. Aber bitte: Verdränge die Frage nach dem WARUM, wenn sich die Sache nicht mehr ändern lässt! Ändere die Frage stattdessen in ein „WIE kann ich verhindern, dass das wieder passiert?“. Konzentriere dich auf das Veränderbare.

Mein persönliches WARUM

Und um dir zu zeigen, wie das aussehen könnte, will ich dir hier meine persönlichen WARUM’s geben. WARUM schreibe ich diesen Blog? WARUM entwickle ich Produkte, wie den Depressions-Coach? WARUM lebe ich mein echtes Leben nicht einfach für mich alleine und überlasse diesen Platz im Internet nicht einfach irgendeinem anderen Selbsthilfe-Blog?

1. Weil ich das Licht gesehen habe und dir die Chance geben will, es auch zu sehen

Okay, bei dieser theatralischen Überschrift muss ich fast selbst kotzen… aber sie ist wahr. Ich kenne die grässlichsten Tiefen. Ich kenne den beinahe überwältigenden Wunsch, endlich sterben zu dürfen. Noch vor 6 Jahren hatte ich keine Kraft mehr, habe absolut keinen Sinn in meinem Leben gesehen und wollte einfach nur, dass mein Leiden endlich aufhört.

Mittlerweile habe ich aber auch die andere Seite kennengelernt. Diese Momente, in denen man erkennt, dass kein Problem dieser Welt es wert ist, darunter zu leiden. Diese Momente, in denen man von der erlösenden Wahrheit des Universums liebevoll zur Ruhe gezwungen wird, um einfach nur zu begreifen. Um einfach nur da zu sein. Keine Ahnung, ob man das „Erleuchtung“ nennen kann, aber so stelle ich mir das vor, was als „Himmel“ oder „Nirvana“ bezeichnet wird. Es gibts kein Dunkel, kein Problem, das tatsächlich ein Problem darstellt, sondern nur Liebe und vollkommene, bedingungslose Zufriedenheit. Wenn ich in so einem Moment sterben würde: Es wäre mir völlig egal, denn ich wüsste, ich würde glücklich sterben. Im Wissen, dass meine Existenz bis zum letzten Moment ihren vollen Sinn hatte.

Diese Momente dauern zwar immer nur ein paar Minuten an, aber sie hinterlassen ein Grundvertrauen in das Leben. Sie hinterlassen eine innere Fülle, das Gefühl, angekommen zu sein und den instinktiven Wunsch, dieses wunderbare Gefühl mit anderen zu teilen und es auch in ihnen hervorzurufen. Und diesem Wunsch gehe ich hier nach. Ich bin glücklich und tue mein Bestes, um dir dabei zu helfen, das auch von dir behaupten zu können.

Wann hat mir dieser Grund schon einmal geholfen?

Ein halbes Jahr, nachdem ich meinen Job als Physiotherapeut gekündigt habe, war mein Akku leer. Die viele Arbeit am Depressions-Coach und ein paar private Probleme haben mir jegliche Motivation genommen, morgens aufzustehen, weil der Tag ja sowieso wieder nur ein einziger Kampf wird. In dieser Zeit sind mir dann ein paar Leute in meinem Umfeld aufgefallen, die unter starken Depressionen litten. Mir war bewusst, wie sie sich fühlten und es tat mir weh, ihnen dabei zusehen zu müssen, da es mich an meine eigene Depression erinnerte. Aber ich habe auch realisiert: „Warte mal, du kennst doch den Ausweg! Arne, du weißt doch, wie man dieses Leiden beenden kann!“. Ja, ich rede mit mir selbst und ja: Dieser Gedanke hat mir die Kraft gegeben, von da an wieder motiviert aufzustehen, da ich nun wieder wusste, wofür ich kämpfe.

2. Weil ich Verständnis für beide Seiten wecken will

Ich war beides: Opfer und Täter. Ich wurde gemobbt und ich habe gemobbt. Mir wurde oft das Herz gebrochen und ich habe Herzen gebrochen. Ich wurde belogen und habe belogen. Ich wurde abwertend und respektlos behandelt und bin so auch mit anderen umgegangen.

Dabei ist mir eine Sache aufgefallen: Niemand wird einfach so zu Opfer oder Täter, sondern er entscheidet sich dazu, diese Rolle einzunehmen. Das Opfer gibt die Verantwortung ab und der Täter übernimmt sie einfach, ohne an die Folgen zu denken. Beides sind völlig verständliche, instinktive Reaktionen, aber sie führen nie zu einer Win-Win-Situation. Ich behaupte sogar, sie helfen am Ende keinem von beiden. Die Beteiligten leben aneinander vorbei, obwohl sie in direkten Kontakt treten.

Ich will beiden Seiten bewusst machen, wie sie diese Rollen selbst einnehmen und ihnen zeigen, dass es nicht so aussehen muss. Ich möchte die „Opfer“ selbstbestimmter sehen und die „Täter“ dazu ermutigen, die „Opfer“ dabei zu unterstützen, selbst die Kontrolle zu übernehmen. Selbstbestimmtes und empathisches Handeln. Die dankbarsten Arten, in eine Verbindung zu anderen Menschen zu treten.

Wann hat mir dieser Grund schon einmal geholfen?

Mit diesem Grund konnte ich mich selbst schon oft davon abhalten, wieder automatisch in eine der beiden Rollen zu schlüpfen. Auch, wenn mein Gegenüber am Ende nicht immer Verständnis für meine Entscheidungen zeigen konnte, so konnte ich mich nachher in dem Gefühl sonnen, mein Bestes gegeben zu haben, die Situation für alle Beteiligten so nützlich wie möglich zu gestalten. Das ist zwar in der Situation nicht immer angenehm, aber es gibt mir im Nachhinein die erlösende Gewissheit, selbstbestimmt und ehrlich gehandelt zu haben.

 3. Weil es sich richtig anfühlt

Jetzt kann ich es ja endlich beichten… ich bin Egoist.

Ich will dir nicht nur helfen, damit es dir besser geht, sondern ich helfe dir, weil es sich für mich richtig anfühlt, dir auf deinem eigenen Weg zu helfen. Ich helfe anderen, weil es sich für mich richtig und gut anfühlt, ihnen zu helfen. Soweit ich weiß, ist das ein ernst zu nehmendes Symptom für jeden Psychotherapeuten, aber wenn es heißt, dass ich mein eigenes und andere Leben damit bereichern kann, lasse ich mir diese „Störung“ gerne unterstellen.

Wann hat mir dieser Grund schon einmal geholfen?

JETZT, gerade eben! Mein Hintern klebt langsam am Stuhl fest, meine Handgelenke tun vom Abstützen auf dem Tisch weh und jede Faser meines Körpers möchte den Laptop schon seit zwei Stunden ausschalten und endlich Sport machen. Trotzdem schreibe ich diesen Artikel noch zu Ende. Nicht, weil es gerade super angenehm wäre, sondern weil ich weiß, dass es das Richtige ist, diesen Artikel heute noch fertig zu schreiben. Wenn ich jetzt sagen würde „Ach komm… mach den einfach morgen fertig!“, dann wäre ich mit meinem mangelnden Durchhaltevermögen äußerst unzufrieden. Mit diesem Hintergedanken könnte ich weder meine Artikel voller Überzeugung und Glaubwürdigkeit schreiben, noch meinen Sport richtig genießen.

 

Also, was ist dein WARUM? Was tust du in deinem Leben und WARUM tust du es? Schreibe mir einfach ein paar Zeilen in die Kommentare und lass uns wissen, was dich antreibt. Wenn du selbst Blogger bist und am Blog-Bang teilnimmst, dann kannst du auch gerne deinen Link in einem Kommentar teilen. Ich würde mich freuen, von dir zu lesen.

Alles Liebe,

Arne

 

Links: Markus Cerenak und sein Blog-Bang zum Thema „WARUM“

 

Opt In Image
Mehr solcher Artikel?
Dann trage dich jetzt in den kostenlosen Newsletter ein!

Außerdem bekommst du für deine Anmeldung den Audio-Kurs "4 Schritte zu mehr innerer Stärke und Leidenschaft" als GRATIS-Download.

Kein-Spam-Politik. Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Über den Autor

Arne

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst.
>>Mehr<<

7 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Akurita UG (haftungsbeschränkt) .2014