Verführung als Selbstzweck

Warum Verführung der Schlüssel zur Selbstliebe ist.

Heute mal ein Tabuthema, das nicht mehr totgeschwiegen werden darf. Bei diesem Titel fragst du dich sicher, was dich jetzt erwartet. Deswegen lass mich dir gleich einmal sagen, worum es heute NICHT geht. Es geht NICHT darum, wie du andere Menschen verführst. Es geht hier auch nicht darum, wie du dich davon schützt, von anderen Menschen VERführt zu werden.

Es geht um die Bedeutung von „Verführung“ und was das mit Selbstliebe zu tun hat.

Verführung ist die Stimulierung der Sinne. Das Erwecken und Erlauben der eigenen Sehnsüchte.

Keine Wikipedia-Definition, aber eine, die ich so vertreten kann.

Was ist das Besondere am „verführen“? Ganz einfach: Gute Verführung gibt deinem Gegenüber das Gefühl, dass er sich öffnen darf. Dass er keine Angst haben muss, seine Masken und Schutzschilde fallen zu lassen. Dass er perfekt ist, so, wie er ist, egal ob ihm Eltern, Kirche, Staat etwas anderes sagen.

Und das funktioniert vor allem deswegen so gut, weil sich heute JEDER nur noch verstellt und verurteilt. Jeder hat das Gefühl, sich für bestimmte Gefühle, Gedanken und Schwächen schämen zu müssen. Jeder hat das Gefühl, sich mithilfe von Kleidung oder Make-Up „schöner“ machen zu müssen, als er es ohne sie wäre. Jeder hat das Gefühl, keine hohen Ansprüche mehr an Andere und das Leben stellen zu dürfen. Jeder passt sich an das an, was er denkt, das von ihm erwartet wird.

Wenn dann jemand kommt und dir das Gefühl gibt, dass du all deine aufgesetzten Masken fallen lassen darfst und TROTZDEM liebenswert bist, dann geht natürlich ein inneres Freudenfeuerwerk los.

Verführung ist eine Geisteshaltung

Deswegen ist Verführung auch keine „Methode“, sondern eine Geisteshaltung. Die innere Haltung, dass eine andere Person liebenswert, attraktiv und unendlich wertvoll ist, egal, wie sie aussieht oder was sie für Schwächen hat.

Wann hast du dich das letzte Mal selbst verführt?

Wann hast du das letzte Mal deine eigenen Sinne gekitzelt? Deine eigenen tiefen Sehnsüchte erlaubend angenommen und ihnen Genugtuung gegeben?

Du weißt schon… nicht nur das Gefühl nach Erlösung und Sicherheit. Sondern das tiefe Gefühl nach Anerkennung, so wie du bist. Nach Liebe, so wie du bist. Nach dem sich-Wohlfühlen, egal wie die Umstände gerade aussehen und egal, ob das Andere gutheißen.

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  • Nicht das Essen eines riesigen Tellers mit leckeren Nudeln, nach dem du fett, satt und zufrieden in der Couch versinkst. Sondern der Genuss einer winzigen Pastete, während du spürst, wie sie auf deiner Zunge zergeht.
  • Nicht das schnelle, harte und laute Aneinanderhämmern von Geschlechtsorganen (sprich: Bumsen), an das du noch Tage später durch dieses Brennen zwischen den Beinen, die Druckmerkmale an deinen Unterarmen und die tiefen Spuren von Fingernägeln an deinem Rücken erinnert wirst. Sondern das Beieinandersein mit einem Partner, während du deinen Nacken von seinem Atem streicheln lässt, jeden Zentimeter seiner Haut mit deinen Fingerspitzen erforschst und ihn dann fast in Zeitlupe in dich hineingleiten lässt (oder in sie hineingleitest), sodass du direkt spüren kannst, wie sich dein (ihr) Innerstes Millimeter für Millimeter an die männliche Form anpasst.
  • Nicht das schnelle und harte Reiben oder Rubbeln des eigenen Genitals, um sich in einem Höhepunkt zu entladen, während man sich im Kopf der Fantasie hingibt. Sondern diese Zeit, in der du jede Ablenkung ausschaltest, sanfte Musik auflegst und ein warmes Bad bei Kerzenschein nimmst (ja, auch die Männer. Probiers mal.), während du deine Hand auf deiner Haut spürst, die langsam deine Arme, deine Brust, deinen Bauch, deinen Schritt und dein Inneres erforscht und streichelt. Während du dich hier und jetzt spürst und wahrnimmst, ohne dich Fantasien hinzugeben, um dich deiner sexuellen Anspannung sofort wieder in einem halb befriedigenden, ermüdenden Orgasmus zu entledigen.
  • Nicht der Blick in den Spiegel mit den Worten „Ja, du packst das schon. Alles wird gut.“. Sondern der Blick tief in die eigenen Augen, während du dir sagst „Ich liebe dich. Du machst vielleicht manchmal Fehler. Du hast vielleicht deine Schwächen und Macken, aber du bist perfekt, so wie du bist.“.
  • Nicht das hastige Abarbeiten von To-Do-Listen, um am Ende des Tages stolz auf dich sein zu können, in Gedanken immer schon beim nächsten Punkt auf der Liste. Sondern das Aufgehen in einer einzigen Aufgabe. Das Einlassen auf das eigene Unwissen und das Spüren der eigenen Unlust, um JETZT daran wachsen zu können.
  • Nicht das Anschalten des Fernsehers, nicht das Surfen auf Facebook, nicht der Griff zum Handy oder irgendeiner Zeitschrift, wenn du eine innere Unruhe verspürst. Sondern das Dasein. Das Atmen in die eigene Unruhe hinein. In das Kribbeln im Bauch, den Druck auf der Brust und den Kloß im Hals. In die Angst, die Trauer oder die Wut, die du bisher immer verdrängt hast, „weil sie ja nix bringt“, „weil du die Anderen damit nur belasten würdest“ oder weil sie sich so unangenehm anfühlt.
  • Nicht das Heben schwerer Gewichte im Fitnessstudio oder das hastige Joggen, um „den Kopf frei zu kriegen“. Sondern die sanfte Bewegung. Das spüren der eigenen Atmung, Gefühle, Muskeln, Gelenke und der Anspannung im Körper.

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Heißt das jetzt, dass du nicht mehr von großen Tellern essen, hart und hemmungslos vögeln, positiv affirmieren und hart arbeiten solltest? Heißt das, dass du die oberflächlichen Freuden aus deinem Leben streichen solltest?

Natürlich nicht. Genieße dein Leben!

Aber mach dir klar, dass diese Dinge SPASS machen. Sie bringen dir keine TIEFE BEFRIEDIGUNG.

Verwechsle Spaß nicht mit der Befriedigung deiner tieferen Bedürfnisse, denn das machen heute schon genug andere Menschen.

Sie glauben fest daran, ihren Traumpartner gefunden zu haben, nur weil sie sich verliebt fühlen.

Sie werden süchtig nach Alkohol, Drogen, Computerspielen, Glücksspiel und Sex, weil sie mit diesen Dingen immer wieder kurz dem bedrückenden Gefühl der Leere entkommen können.

Sie kaufen sich ständig die neuesten Klamotten und Gadgets, um sich dann jedes mal wieder vollständig fühlen zu dürfen.

Anstatt beobachtend und ausdauernd in ihr Leiden und ihre Ängste zu gehen, suchen sie nach Schritt-für-Schritt-Anleitungen und kurzen Glücksmomenten, um SCHNELLE Erfolge zu erzielen, während sie sich fragen, warum sich ihr Leben bis heute nicht zum Besseren gewendet hat.

Lass dich nicht von einem oberflächlichen Leben verführen. Erlaube dir, seine Vorzüge ab und zu zu genießen, aber erkenne, dass dein tiefstes Bedürfnis IMMER das Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe ist. Nach dem Wohlfühlen in deiner eigenen Haut und im jetzigen Moment, egal, was er zu bieten hat.

Wenn du darauf wartest, dass andere Menschen oder das Leben dir diese tiefen Sehnsüchte befriedigen, bist du unglücklich. Denn dann wartest du ewig. Dann bist du der Esel, der einer Möhre hinterher rennt, die an seinem eigenen Kopf befestigt ist.

Tue dir noch heute selbst etwas Gutes, für das du einen anderen Menschen lieben würdest, wenn er dir dieses Geschenk erweisen würde. Wenn er dir erlauben würde, dich so zu fühlen und anzunehmen.

Wie würde dich ein anderer Mensch „rumkriegen“?

Und dann kriege dich selbst „rum“.

Sei deiner Seele und deinem Körper der wertvollste und liebenswerteste Mensch, den es in deinem Leben gibt.

Verführe dich nach allen Regeln der Kunst, fühle die Scham, die durch deine Verurteilung bis heute entstanden ist, aber höre wegen ihr nicht auf. Du bist es dir wert.

Du bist Sehnsucht und Liebe.

Du bist dein König. Du bist deine Königin.

Alles Liebe,

Arne

 

Photo: LisaRigoniPhotography

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2015-02-12T11:39:32+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

6 Kommentare

  1. Minka 22. April 2016 um 18:20 Uhr - Antworten

    Wow…toller Artikel. Vielen Dank. Genau diesen Anstupser habe ich gebraucht. Danke fürs Gedanken anregen. Bin ganz bezaubert von Deinen Worten und werde sie mir zu Herzen nehmen. Einfach wunderbar.

  2. Miss Saya 3. Dezember 2015 um 10:34 Uhr - Antworten

    Hallo Arne!
    Bin heute auf deinen Blog gestoßen, habe mir schon einiges durch gelesen und bin so dankbar!
    Es sind wirklich tolle Artikel, sie sprechen genau das aus, was ich nicht sagen kann bzw. zeigen mir auch viel über mich selbst, meine Denkmuster etc.
    Ich finde es toll, dass jemand mal so „normal“ von Depressionen spricht und dazu steht!
    Und vor Allem: Anderen hilft ohne jegliche Gegegenleistung. Es geht nicht um’s große Geld oder ähnliches.
    Das finde ich sehr toll, da ich sonst vielen Artikeln und Büchern immer skeptisch gegenüber stehe/stand,
    da sie meist von erfolgreichen, geldgeilen Leuten geschrieben wurden; die interessiert es nicht, ob es anderen durch ihr Schreiben wirklich besser geht.
    Ich versuche schon lange an mir zu arbeiten, allerdings habe ich immer wieder Sachen gefunden, die all die Arbeit zu nichte machten. Natürlich war/bin ich selbst in dem Sinne mein größter Feind.
    Deine Seite hat aber etwas mit mir gemacht, was ich vorher noch nie so klar gesehen habe.
    Dummerweise hatte ich ab und an mal solche Momente und letztlich verfällt man doch wieder in alte Muster.
    Aber dieses Mal werde ich mir wirklich Mühe geben und in wackeligen Situationen einfach deine Website an klicken! Ich bin einfach auch froh, dass es auch andere Menschen gibt, die scheinbar das selbe fühlen/fühlten wie ich und daraus gelernt haben, so wie ich es auch tun möchte.
    Großes DANKE SCHÖN und viel Erfolg weiterhin!
    Weiter so!

    Liebe Grüße

  3. Damian vom Gesundheit Blog 6. September 2015 um 12:23 Uhr - Antworten

    Bin Heute durch einen Zufall über Deinen Blog gestolpert und habe diesen Beitrag hier entdeckt. Wenn ich das hier so lese muss ich ehrlich zugeben dass ich mich Tag für Tag neu selber Verführe. Jede einzelne Sekunde ist doch Verführung pur wenn man sich selber erkannt hat.

    LG und Danke
    Damian

    • Arne 1. Oktober 2015 um 14:53 Uhr - Antworten

      Hi Damian,

      schön, wenn du dich darin wiederfindest. Höre mit dieser Verführung nie auf! ;-)

      lg, Arne

  4. Monica 10. Juni 2015 um 23:18 Uhr - Antworten

    Du bist suuuuuper suuuuuper toll…mit viel Tiefgang…dankeeeee

    • Arne 12. Juni 2015 um 14:31 Uhr - Antworten

      Danke ;-)

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