Nie wieder sprachlos: 7 Tipps, wie du gegenüber Ar***löchern souverän bleibst

Kennst du das Wort „Treppenwitz“? Falls nicht, dann will ich es dir kurz erklären. Kennst du es auch, dass dir die richtig guten Sprüche immer erst einfallen, wenn es schon zu spät ist? DER Kommentar, der die ganze Situation kurz zuvor noch komplett zu deinen Gunsten gewendet hätte? DER Witz, über den in der Situation JEDER gelacht hätte, der dir aber leider erst 5 Minuten später eingefallen ist? Das ist ein sogenannter Treppenwitz (der dir erst 2 Stockwerke tiefer einfällt, nachdem du mit dem Nachbarn geredet hast).

Sicherlich hast du dann auch schon die Erfahrung mit „Treppenweisheiten“ gemacht. Das Wort gibt es zwar erst seit 5 Sekunden, aber es beschreibt am besten, was ich dir hier sagen will.

„Hätte ich DAS gesagt… Ja, dann hätte er blöd dagestanden!“

„Verdammt, ich hätte einfach nur NEIN sagen und weggehen müssen!“

„Warum habe ich ihm nicht einfach die Wahrheit gesagt, als er mich gefragt hatte…?“

Selbst, wenn wir beide uns nur zu 10% ähnlich sind, dann hattest du diese oder ähnliche Gedanken schon Tausend Mal. „Hinderhär bisde immor schlauor.“ Alte sächsische Weisheit.

Aber das Ganze hat nicht nur den Wermutstropfen einer verpassten Gelegenheit. Wie oft fällt dir einfach nichts mehr ein, während dir dein Gegenüber eine mentale Ohrfeige nach der anderen verpasst? Du stehst da und versinkst immer tiefer im Boden, während dich jemand kritisiert, unangenehme Wahrheiten erzählt oder dich einfach nur sinnlos beleidigt und demütigt. Dir bleibt nichts weiter übrig, als das Ganze auszuhalten oder irgendwann frustriert irgendwelche Dinge zu tun, die du nachher bereust, weil sie die ganze Situation am Ende nur noch schlimmer gemacht haben.

  • Du greifst dein Gegenüber körperlich an (dazu zählt übrigens auch die sogenannte „wohlverdiente Schelle“, von der viele Frauen offenbar glauben, sie zu verteilen sei weibliches Geburtsrecht).
  • Du bekämpfst Feuer mit Feuer und schmeißt ihm genauso dumme und verletzende Beleidigungen entgegen, bis hin zu grenzwertigen Drohungen.
  • Oder du drehst dich einfach um und rennst wortlos weg.

Danach fühlst du dich im ersten Moment zwar gut, aber wenn der erste Adrenalinstoß vorbei ist, kommt auch das schlechte Gewissen um die Ecke. Das kann wahnsinnig frustrierend sein, vor allem, wenn sich diese Situationen irgendwie ständig wiederholen. Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede.

Bis ich ca. 20 war, habe ich den Mund NIE aufgekriegt. Ich habe von wirklich JEDEM auf mir rumtrampeln lassen, habe versucht, mich mit Leuten anzufreunden, die mich eigentlich nur beleidigt haben und am Ende habe ich immer mehr geglaubt, total übersensibel und absolut uncool zu sein, weil ich den „coolen Jungs“ wirklich NICHTS entgegenzusetzen hatte.

Nicht, dass ich das WOLLTE. Ich wollte eigentlich schon stärker sein. Ich wolte mir das eigentlich nicht gefallen lassen, sondern meine Grenzen klar und deutlich formulieren. Ich wollte ihnen für unbedachte Kommentare eigentlich auch nicht ewig böse sein. Aber irgendwie habe ich es nie geschafft, das Richtige im RICHTIGEN MOMENT zu tun oder zu sagen.

Heute ist das anders. Und damit du diesen Ar***löchern ab jetzt auch nicht mehr so ausgeliefert bist, habe ich hier eine Liste mit den wichtigsten Tipps für dich. Diese Liste ist zweigeteilt. Teil Eins beschäftigt sich mit dem TUN und Teil Zwei mit dem dazugehörigen Mindset, wenn das mit dem Tun noch nicht so ganz funktioniert.

Das TUN:

1. Kommuniziere, was dir dein Gegenüber gerade antut

Oftmals kriegt ein „Ar***loch“ gar nicht mit, dass es sich wie eins verhält. „Das tut mir echt weh, wenn du das sagst.“ ist nicht nur bestechend ehrlich und könnte (muss nicht) den Anderen zur Einsicht bringen, sondern du bist dabei einfach nur ECHT. Du versuchst nicht, etwas zu sein, was du gerade nicht bist. Was du damit beweist, ist Selbstvertrauen.

2. Kommuniziere deine Grenzen

„Lass das!“, „Hör auf, mich so zu behandeln/ mir so etwas gegen den Kopf zu werfen!“. Sei einfach ehrlich. Der Andere mag danach vielleicht noch nicht aufhören, sich so zu verhalten, aber du hast mit deiner klaren Ansprache auf jeden Fall Eindruck gemacht und deinem Unterbewusstsein wieder einmal Selbstbewusstsein bewiesen.

Geheimtipp: Du darfst dein Gegenüber unterbrechen! Halte dich bitte nicht zurück, nur um höflich zu bleiben.

3. Einfach ignorieren

Egal, wie sehr der Andere noch versucht, die Aufmerksamkeit mit seinen blöden Sprüchen auf sich zu lenken und dich aus der Bahn zu werfen: Du musst dir das nicht antun. Niemand hat deine Aufmerksamkeit verdient, wenn er dich nicht mit Respekt behandelt. Wenn die ersten beiden Punkte nichts bringen, dann hast du in dieser Situation gerade nichts mehr verloren. Man kann niemandem zwingen, sich rücksichtsvoll zu verhalten, also bleibt dir nichts anderes übrig, als zu gehen.

So, klingt bis hierhin ganz logisch, nicht wahr?

Aber wahrscheinlich kennst du es auch, dass dir diese Dinge manchmal einfach nicht einfallen oder sie fallen dir zwar ein, du findest aber trotzdem nicht den Mut, den Mund einfach aufzumachen. Du wirst von deinen eigenen Emotionen, die der Andere in dir hervorgerufen hat, so überrumpelt, dass du nicht mehr klar denken kannst. Dieses Gefühl der Wut, Trauer oder tiefen Machtlosigkeit lässt dich nicht mehr klar denken. Hier hilft es, sich einige Sachen ins Gedächtnis zu rufen (nicht nur WÄHREND der Situation, sondern auch schon vorher, wenn es möglich ist).

Das MINDSET:

4. Der Andere trägt keine Schuld an der Situation

In 99 % der Fälle meint es dein Gegenüber nicht böse. Es ist einfach die Art und Weise wie er sich ausdrückt und anscheinend fehlt es ihm gerade etwas an Einfühlungsvermögen, um mitzukriegen, was er dir damit antut. Nimm es nicht persönlich, er weiß auch nicht, was er tut und statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er es in seinem ganzen Leben nie wissen wird.

Nicht alle Menschen haben den Drang, das beste aus ihrem Leben herauszuholen, so wie du und ich. Die meisten Menschen geben sich damit zufrieden, dass sie einfach so weitermachen können, wie bisher.

Falls er dich aber tatsächlich nur verletzen möchte, dann kannst du eher Mitleid mit ihm haben. Warum? Naja, er beweist damit einfach nur absolut fehlende Selbstkontrolle. Er lässt seinen eigenen Frust an dir aus. Du bist nur ein Spiegel für ihn. Du persönlich hast nichts mit seiner Reaktion zu tun.

5. Er trägt keine Verantwortung für deine Gefühle

Es kann schwer sein, sich das einzugestehen. Dein Gegenüber ist nicht Schuld daran, dass dich seine Worte oder Taten innerlich verletzen (es sei denn, er benutzt tatsächlich einen spitzen Gegenstand…). Er bohrt seinen Finger nur in eine offene Wunde. Du warst an der Stelle schon vorher verletzlich. Finde heraus, welche Wunde das konkret ist. Finde heraus, WARUM dich seine Worte so verletzen, denn für die Heilung bist nur du verantwortlich.

6. Du bist nicht Schuld an deiner emotionalen Reaktion

Ja, es tut weh. Ja, es ist in dir drin und du kannst es gerade nicht kontrollieren. Aber du kannst nichts dafür. Das, was da gerade passiert, ist eine unterbewusst ablaufende Verknüpfung von dieser Situation mit Gefühlen, die du früher einmal in einer ähnlichen Situation hattest. Du hast nichts falsch gemacht.

Diese Erfahrung, Bekanntschaft mit einem „Ar***loch“ zu machen, ist kein Beweis dafür, dass dein Leben scheiße ist. Es ist kein Beweis dafür, dass du ein Versager bist und es ist erst recht kein Beweis dafür, dass immer nur dich trifft.

Diese Erfahrung ist Gold wert, denn sie zeigt dir, wo du tief vergrabene Verletzungen mit dir herumschleppst. Dein Gegenüber gibt dir gerade die Chance, dich liebevoll Emotionen zu widmen, die du bisher eher vermieden hast.

Diese Situation ist eine CHANCE für jemanden wie dich.

Warum nur für jemanden, wie dich? Ganz einfach: DU gehörst zu den wenigen Menschen, die sich darüber Gedanken machen. DU lebst bewusst und willst dich den Herausforderungen deines Leben stellen, sonst hättest du diesen Artikel nicht bis hierher gelesen. Und genau DAS macht diese Erfahrungen so wertvoll für dich.

7. Bleibe echt

Fühle deine Gefühle und nimm deine Gedanken und die Situation wahr. Mach dir die oberen Punkte bewusst und bleibe so lange in der Situation, wie du es aushältst.

Und wenn alles nichts hilft und du einfach nicht mehr kannst: Geh. Und kehre zurück, wenn du dich bereit dazu fühlst.

Du hast in der Situation nie verloren, sondern immer nur dazugewonnen. Auch, wenn es sich im ersten Moment nicht so anfühlt. Es wird seine Zeit brauchen, aber wenn du dich diesen Menschen von nun an mit diesem Mindset näherst, dann werden sie dir irgendwann nicht mehr, als ein verständnisvolles und mitleidiges Lächeln entlocken.

Alles Liebe,

Arne

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2014-11-20T18:04:57+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu „funktionieren“, anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst.
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6 Kommentare

  1. vivian T. 21. September 2017 um 15:22 Uhr - Antworten

    hallo lieber Arne danke für dieses Mindset,
    es hat mich wirklich zum nachdenken angeregt, da ich immer viel zu höfflich bin
    und einiges einfach nicht ausgesprochen habe, was ich aber besser einfach hätte
    sagen sollen.
    Mit dem was du hier aufgelistet hast werde ich mich jetzt mal auseinandersetzten
    und versuchen die Punkte langsam nacheinander anzugehen.

    Vielen Dank für diese Bild !

  2. Irina Hermann 13. September 2017 um 7:16 Uhr - Antworten

    Vielen Herzlichen Dank, Arne!

    Mit besten Grüßen

    Irina

  3. Kerstin Dähne 9. Oktober 2014 um 21:13 Uhr - Antworten

    Hallo Arne,

    guter Artikel, ich glaube das wollte mir meine Thera seit längerem klar machen. Du hast es gut als Arbeitanleitung zusammengefasst und auch verständlich.

    Jetzt liegt es an mir mich dann zu halten. Manchmal gelingt es mir, wenigsten ansatzweise. Mein Befinden ehrlich zu sagen, Grenzen zu setzen… Aus der Situation gehen ist eher neu für mich. Mir bewusst machen bzw. klar zu sein der Gegenüber ist an meinem jetzigen Befinden nicht schuld kommt meist erst später.

    Danke für den Artikel.

    LG Kerstin

    • Arne 23. Oktober 2014 um 12:34 Uhr - Antworten

      Hi Kerstin,

      ja, das GEHEN ist oft noch verschrien und wird von manchen Therapeuten nicht gerne gesehen. Aber wenn es nicht mehr geht, dann geht es einfach nicht mehr. Darüber nachdenken und seine Schlüsse daraus ziehen, kann man nachher immer noch ;-)

      Danke!

      lg, Arne

  4. Micha 9. Oktober 2014 um 17:33 Uhr - Antworten

    Hey Arne,

    echt geiler Ansatz, die Liste in Taten und Mindset zu unterteilen. Voll gut!

    Lg
    Micha

    • Arne 23. Oktober 2014 um 12:35 Uhr - Antworten

      Danke Micha!

      lg

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