Mit bedingungslosem Selbstausdruck zu tiefster Selbstliebe und maximaler Eigendisziplin

Wow, so viele abartig theatralische Superlative in einer Überschrift. Herzlichen Glückwunsch! Du hast die erste Hürde überwunden und TROTZDEM auf diesen Artikel geklickt.

Damit hast du bewiesen, dass du des folgenden, unglaublich machtvollen Inhalts würdig bist.

Bist du auch manchmal neidisch auf die Menschen, die sich immer wieder aufraffen? Die sich immer wieder motivieren können, das Richtige tun, selbst wenn sie sich nicht danach fühlen?

In deren Nähe man sich auch selbst immer wohl fühlt? Gleichzeitig angenommen und inspiriert? Ihre Energie scheint förmlich auf ihre Umgebung überzuspringen.

Und dann schaust du auf dich. Wie du für jeden Fortschritt in deinem Leben hart kämpfen musst und trotzdem immer wieder da landest, wo du schonmal warst. Wie du deinem inneren Schweinehund regelmäßig die weiße Flagge zeigen musst, weil du seiner Überzeugungskraft einfach nicht mehr widerstehen kannst.

Es ist unheimlich schwer, sich aus einem negativen emotionalen Zustand heraus zu motivieren.

Deswegen besteht der Weg zu mehr Motivation und mehr innerer Stärke nicht darin, neue Techniken zu erlernen, mit deren Hilfe man sich einfach „besser motivieren“ kann, sondern darin, zu lernen, sich konstant positive Emotionen zu verschaffen.

Unsere drei Ich’s

Wir Menschen haben verschiedene Bedürfnisse. Sie müssen nicht immer hilfreich sein. Sie müssen nicht von Jedem verstanden werden. Diese Bedürfnisse müssen noch nichtmal Sinn machen. Aber sie sind da, so sehr wir auch versuchen, sie zu verdrängen.

Um einen besseren Überblick über sie zu bekommen, teilen wir diese Bedürfnisse jetzt in drei Gruppen: Das höhere Ich, das Alltags-Ich und das niedere Ich.

Höheres Ich: Der Teil deiner Persönlichkeit, der nach etwas wichtigerem und beständigerem im Leben sucht, als einfach nur zu „leben“. Der Teil, der sein Bestes geben und anderen Menschen helfen möchte. Der sich selbst als göttliches oder spirituelles Wesen weiterentwickeln will, um einen höheren Sinn im Leben zu erfüllen.

Alltags-Ich: Der Teil deiner Persönlichkeit, der einfach nur die Miete bezahlen will. Der Teil, der einfach nur ein gutes Leben haben und sich dabei ab und zu mal etwas gönnen will. Dein Alltags-Ich will Spaß und das Gefühl von Stabilität.

Niederes Ich: Der Teil deiner Persönlichkeit, der sich aus reinem Ego heraus mit den unwichtigeren Dingen beschäftigen will. Der Teil, der sich bei diesem Idioten dafür rächen will, dass er dich respektlos behandelt hat. Der Teil, der gerne Kontrolle über andere Menschen hat, damit sie aufhören, dich zu ignorieren. Der um dein gutes Image besorgt ist und darüber, dass dich Andere als cool, angesehen und erfolgreich wahrnehmen.

Die harte Wahrheit ist: Solange du nicht erleuchtet bist, werden deine Bedürfnisse zwischen diesen drei Ich’s hin- und herspringen. Und falls du nicht vorhast, ins Kloster oder einen Tempel zu ziehen, wird das dein Leben lang auch so bleiben.

Um dir einen Überblick darüber zu geben, wie diese Dreiteilung konkret aussehen könnte, will ich dir ein paar Beispiele aus meinem eigenen Leben geben.

Mein höheres Ich:
– möchte an Depression erkrankten Menschen helfen, ihre Krankheit zu überwinden
– möchte achtsam, innerlich gefestigt und möglichst bedürfnislos leben
– möchte lernen, anderen für ihre „Fehler“ schneller zu vergeben

Mein Alltags-Ich:
– möchte genügend Geld verdienen, sodass Finanzen in meinen täglichen Gedanken keine belastende Rolle mehr einnehmen = finanzielle Freiheit
– möchte jede Menge guten Sex
– möchte viel Sport machen, am besten mit anderen Menschen zusammen
– möchte besser kochen können
– möchte genügend Freizeit haben, um täglich Musik machen zu können

Mein niederes Ich:
– will ein verdammter Rockstar sein und ohne Rücksicht auf Verluste Party machen. Sex, Drums and Rock N Roll.
– will diesem verbitterten Psychotherapeuten von damals beweisen, dass er Unrecht hatte, als er sagte, dass ich mit meiner Online-Hilfe gegen Depressionen keinen Erfolg haben werde
– will von anderen hören, dass ich stolz auf mich sein kann und so in Ordnung bin, wie ich bin

Viele Menschen leiden unter ihren Bedürfnissen. Sie bleiben ständig in einem der drei Ich’s und kommen da nicht wieder heraus.

Vielleicht weil sie glauben, dass man nur dann ein guter Mensch ist, wenn man diese Dinge will und tut. Oder vielleicht, weil sie nicht erkennen, dass sie nur einem einzigen Bedürfnis hinterherrennen.

In JEDEM wohnen diese drei Ich’s. Wer bestimmte Teile seiner Persönlichkeit verneint oder missachtet, der wird sich mit der Zeit immer unausgeglichener, unerfüllter und frustrierter fühlen.

Warum NICHTS an dir schlecht genug ist

Das Geheimnis, trotz all dieser unterschiedlichen Bedürfnisse glücklich zu sein, liegt nicht darin, zu hoffen, dass bestimmte Bedürfnisse irgendwann nicht mehr da sind oder sie so gut es geht zu ignorieren.

Das Geheimnis endloser Motivation und tiefer Zufriedenheit liegt darin, sich all seiner höheren, alltäglichen und niederen Bedürfnisse bewusst zu sein, ihnen zu erlauben, da zu sein und sie auf ein gemeinsames, größeres Ziel auszurichten. Einen Lebensweg.

Mein Lebensweg ist das Leben eines echten Lebens. Ich möchte herausfinden, wie man in dieser oberflächlichen Gesellschaft noch ehrlich und offen sein kann, ohne sich von ihren ständig wachsenden Ansprüchen vom eigenen Weg abbringen zu lassen. Ich möchte herausfinden, inwieweit man Erleuchtung und Spaß im Leben miteinander vereinen kann.

Diesen Weg kannst du gutheißen, schlau finden oder nicht, ist mir egal. Denn genau darum geht es nicht.

Was ist dein Weg?

Welche Bedürfnisse haben deine drei Ich’s? Gibt es persönliche Anteile, von denen du glaubst, sie seien nicht „in Ordnung“? Gibt es Bedürfnisse, von denen du glaubst, dass du sie nicht haben darfst?

Weil man sowas halt einfach nicht tut?

Weil sie unspirituell oder unchristlich wären?

Weil sie dir auf deinem Weg zu beruflichem Erfolg hinderlich sind?

Weil du anderen damit wehtust?

Weil sie dumm, naiv, gemein, zu radikal oder pervers wären?

Wir erschaffen viel Leiden dadurch, dass wir versuchen, anders zu sein, als wir wirklich sind. Ja, wir erschaffen sogar viel Leiden damit, dass wir von ANDEREN erwarten, dass sie bestimmte Dinge NICHT sind.

Warum sonst war alles heller Aufruhr, als die Affäre von Bill Clinton mit seiner Sekretärin ans Licht gekommen ist? In fast der Hälfte aller Ehen werden Erfahrungen außerhalb des Ehebettes gesammelt, warum sollte also der Präsident nicht auch schwach werden dürfen, ohne gleich als schlechter Mensch abgestempelt zu werden? Er ist seinem niederen Ich gefolgt und das auch noch zu unbedacht.

Warum sonst werden „Ungläubige“ in aller Welt verfolgt, eingesperrt, gefoltert und getötet, nur weil sie sich einer bestimmten Religion einfach nicht zugehörig fühlen?

Und (aus aktuellem Anlass): Warum sonst werden alle PEGIDA-Anhänger gleich als dumme und schlechte Menschen abgestempelt, nur weil sie Angst haben, dass ihre persönlichen Grundwerte bedroht sind? Ich sympathisiere mit den meisten politischen Zielen dieser Bewegung persönlich nicht, aber alles was ich lese, ist verständnislose Kritik an PEGIDA und ihren Anhängern. Anstatt zu versuchen, ihrem Frust mit Verständnis zu begegnen und ihnen danach mit den tatsächlichen Fakten zu zeigen, dass viele ihrer Ängste unbegründet sind, werden sie mit ihren Bedürfnissen von Grund auf verurteilt. Wenn du mich fragst, ist das auf lange Sicht der falsche Weg, denn Gewalt erzeugt immer Gegengewalt. Actio = Reactio.

Man muss das Handeln eines Menschen nicht gutheißen, um seine Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Auch DU musst nicht fehlerlos Handeln, um wertvoll und liebenswert zu sein.

Dein bestes Ich

Wo dürfen wir noch so sein, wie wir sind?

Die gute Nachricht ist: im deutschsprachigen Raum (fast) überall. Das heißt nicht, dass man keine Gegenwehr bekommt. Es heißt auch nicht, dass Andere unsere Bedürfnisse immer verstehen müssen. Aber es heißt, dass wir frei sind, unser Leben nach eigenen Maßstäben zu leben.

Wir dürfen so verletzlich sein, wie wir sind.

Wir dürfen ehrlich zu unseren Bedürfnissen stehen.

Und wir dürfen selbstbestimmt unsere eigenen Ziele verfolgen.

Du darfst deinem niederen Ich ab und zu mal Erfüllung geben, ohne, dass du ein schlechter Mensch bist. Du darfst es riskieren, dass nicht jeder die Ziele deines höheren Ich’s gutheißt. Du darfst auch mal völlig egoistisch deine eigenen Bedürfnisse erfüllen, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen.

Du darfst aufhören, deine Bedürfnisse zu unterdrücken, nur um von deiner Umwelt als „wertvoll“ oder „ein guter Mensch“ angesehen zu werden!

Denn wenn du anerkennst, dass kein Teil deiner Persönlichkeit von Grund auf „schlecht“ ist, wird sich eine Grundzufriedenheit in deinem Körper breit machen.

Eine innere Fülle. Ein „Flow“-Zustand. Pure Liebe dem Leben und deiner Persönlichkeit gegenüber und damit die bestmögliche Basis für gute Entscheidungen.

Du brauchst keine Angst mehr davor haben, zu sein wie du bist.

Du brauchst keine Angst mehr davor haben, zu versagen.

Denn echte Zufriedenheit kommt von bejahender Annahme. Nicht von Ansehen und Erfolg.

Alles Liebe,

Arne

PS: Dieser Beitrag ist der Blogparade von Matthias Brückner auf www.riskiereundgewinne.de gewidmet. Ich habe echt lange überlegen müssen, wie ich „bedingungslosen Selbstausdruck“ definiere… das war mal ne harte Nuss! Aber jetzt bin ich doch ganz froh, meine Definition davon gefunden zu haben. Danke dafür, Matthias!

Weitere Artikel zum Thema „Bedingungsloser Selbstausdruck“ findest du hier:

 

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2015-02-18T11:33:53+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

10 Kommentare

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  2. […] von echt-leben.com und sein Beitrag Mit bedingungslosem Selbstausdruck zu tiefster Selbstliebe und maximaler Eigendisziplin. Arne schreibt: Mein Lebensweg ist das Leben eines echten Lebens. Ich möchte herausfinden, wie man […]

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  6. Caleya 30. Dezember 2014 um 12:35 Uhr- Antworten

    Hallo Arne,
    Danke für deinen wundervollen Artikel!
    Witzig, ich hatte meinen auch begonnen mit der Darstellung der drei ICHs, bin dann aber für mich immer tiefer und tiefer in das Thema geraten, so dass es irgendwann den Rahmen gesprengt hätte, alles zu schreiben…

    Es ist so schön, alle Artikel zu lesen, irgendwie drücken wir doch alle das Gleiche aus, nur mit anderen Worten: Uns! :-)

    Die Artikel sind so bunt und vielfältig wie unsere Welt,

    danke, dass du so bist, wie du bist,

    liebe Grüße

    Caleya

  7. Matthias 28. Dezember 2014 um 10:04 Uhr- Antworten

    Hallo Arne,

    stimme Micha zu! Geiles Ding!!

    Und stimme auch dir zu. „Man muss das Handeln eines Menschen nicht gutheißen, um seine Bedürfnisse ernst zu nehmen.“

    Alles darf sein, nichts muss. Ich darf alle lieben, muss aber nicht alle mögen.

    Danke für diesen Beitrag.

    Lieben Gruß

    Matthias

    • Arne 28. Dezember 2014 um 14:20 Uhr- Antworten

      Nicht doch… ich danke für die Einladung zur Blogparade und für dieses tolle Feedback :)

      liebe Grüße!

  8. Micha 27. Dezember 2014 um 21:35 Uhr- Antworten

    Hi Arne,

    geiler Artikel! Voll mein Ding! :)

    • Arne 28. Dezember 2014 um 14:21 Uhr- Antworten

      Danke Micha!

      So unterschiedlich denken wir da ja nicht. Die Parallelen zwischen unseren beiden Beiträgen sind nicht zu übersehen ;)

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