Hast du Spaß oder bist du glücklich?

Was denkt es in dir, wenn du diese Frage liest? Spaß… Glück… Was ist da eigentlich der Unterschied?

Wir alle wollen Spaß haben.

Wir alle wollen glücklich sein.

Aber viel zu viele Menschen glaube, dass es dasselbe ist. Ist es aber nicht. Eines von beiden ist sehr kurzweilig und kann mitunter auch zur Sucht werden, das andere bedeutet Schmerz und Geduld, bringt aber trotzdem das erfüllendste Resultat. Lass mich dir erklären, was ich damit meine.

Ich springe mal kurz zurück in meine Vergangenheit, genauer gesagt 7 Jahre zurück. Das war gerade der Höhepunkt meiner eigenen Depression.

War ich glücklich?

Nein, ganz bestimmt nicht. Immer wenn ich alleine war, habe ich mich völlig vereinsamt gefühlt. Wenn keine Musik lief, der Computer aus war und ich niemanden zum Reden hatte, habe ich mich gefühlt, als würde ich mich eine schwarze Wolke verschlucken. Es war grau und kalt… naja, ganz ehrlich gesagt habe ich so etwas wie Kälte in mir gar nicht mehr gefühlt.

Es war eher „leer“ und das, obwohl mein Kopf ständig voll war mit Gedanken. Mit Sorgen über die Zukunft, mit Ärger und Frust über die Vergangenheit und darüber, was ich ständig alles falsch mache. Also, glücklich ist was anderes.

Hatte ich Spaß?

Absolut! Natürlich nicht ständig, aber trotzdem in sehr vielen Momenten. Wenn ich betrunken war zum Beispiel. Oder wenn ich (trotz meines Asthmas…) mit den Anderen eine rauchen gegangen bin und wir unsere Witze über andere gerissen haben, während wir uns aufgrund der Tatsache, dass wir alle rauchen, einander nahe gefühlt haben. Ich hatte auch Spaß beim Zocken am PC oder wenn ich mit meiner Band Musik gemacht hatte.

Ich hatte auch Spaß, wenn mir auf dem Schulflur Mädels hinterhergeschaut haben, weil sie den Auftritt meiner Band gesehen und jetzt plötzlich für sich erkannt haben, dass ich ja doch „ganz süß“ sei. Ja, Spaß hatte ich öfters mal.

Spaß „braucht“ etwas

ABER: Dieses losgelöste Gefühl hat nie lange angehalten. Um „Spaß“ zu haben, brauchst du etwas, was du nicht hast. Einen Einfluss von außen. Ein „Instrument“.

Du brauchst Musik, Filme, andere Menschen, andere Gegenstände… irgendetwas, das dich von dir und dem jetzigen Moment ablenkt. Und genau hier liegt das Problem, denn sobald dieser Einfluss nicht mehr da ist, rutschst du wieder innerlich ins Bodenlose…

Will ich damit sagen, dass Spaß schlecht ist? Nein, natürlich nicht. Habe Spaß! So oft wie möglich! ABER: Sei dir im Klaren, dass Spaß nicht die Lösung deiner Probleme ist.

Spaß ist nicht das Eis im süßen Eisbecher des Lebens. Spaß ist nicht die Sahne zwischen den Eiskugeln. Spaß ist die süße Kirsche obendrauf. Ein leckerer Zusatz, der dir das Leben schöner machen kann.

Aber wenn du nicht dafür sorgst, dass unter der Kirsche noch etwas anderes leckeres auf dich wartet, verbringst du den Rest deines Lebens damit, immer neue Kirschen in deinen Becher zu schaufeln. Du wirst dich immer irgendwie unvollständig, wie ein leeres Glas, fühlen, sobald die Kirsche weg ist / der Spaß erstmal wieder vorbei ist. Und im Hinterkopf weißt du jederzeit genau: Da muss es noch mehr geben!

„Spaß“ zu haben beinhaltet vor allem eins: Dass du dich nicht schlecht fühlst.

Und das ist okay. WÄHREND du Spaß hast. Während du feierst. Während du mit Freunden unterwegs bist. Während du deinen Partner durchkitzelst. Während du Sex hast. Während du dir einen Film anschaust.

Aber wenn du nicht ständig nur nach neuen Impulsen suchen willst, wenn du dich auch mal im Nichtstun ausruhen und gut fühlen willst, musst du auch mal einen anderen Weg gehen:

Du musst schlechte Gefühle zulassen.

Die meisten von uns (mich auch oft noch mit eingeschlossen) wollen sich nicht schlecht fühlen. Wir wollen uns gut fühlen! Wir wollen uns stark und motiviert fühlen! Wir wollen uns geliebt fühlen…

Aber all diese Gefühle sind nunmal kein Dauerzustand.

  • Manchmal fühlen wir uns klein, schwach und fehlerhaft.
  • Manchmal haben wir das Gefühl, von niemandem geliebt zu werden.
  • Manchmal fühlen wir uns traurig, weil unsere Träume so weit von der Realität entfernt sind.
  • Manchmal fühlen wir uns völlig erschöpft und überfordert von all den Problemen des Tages.
  • Manchmal haben wir das Gefühl, nicht das Leben zu haben, das wir verdienen.
  • Manchmal sind wir wütend auf uns selbst und wütend auf Andere.
  • Manchmal wird uns alles zuviel, so dass wir uns nur noch leer fühlen. Planlos. Ohne Hoffnung, dass diese immer wiederkehrenden Tiefs irgendwann einmal aufhören.

Und das ist in Ordnung. Das macht uns zum Menschen. Sowohl unser gesellschaftliches Leben, als auch unser Innenleben sind nicht immer geradlinig. Unser Leben besteht aus Polaritäten.

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Manchmal fühlen wir uns gut. Manchmal schlecht.

Manchmal fühlen wir uns stark und selbstbewusst. Manchmal unbedeutend und schwach.

Manchmal fühlen wir uns attraktiv und geliebt. Manchmal wertlos.

Manchmal fühlen wir uns motiviert und als könnten wir die ganze Welt umarmen. Manchmal klein, leer und antriebslos.

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Und das ist in Ordnung. Ach was… das ist nicht nur in Ordnung. DAS IST GUT SO! Das ist sogar NOTWENDIG!

Wenn es kein Schlecht gäbe, gäbe es auch kein Gut.

Es wird nur dann zum Problem, wenn wir eine der beiden Seiten verdrängen. Wenn wir uns vor einer der beiden Seiten verstecken. Wenn wir eines von beiden einfach nicht haben wollen. Denn damit verdrängen wir eine Wahrheit, über die sich nunmal nicht diskutieren lässt.

Das ist ein Teil des Gesetzes der Anziehung. Wie im Innen, so im Außen. Das, worauf du dich konzentrierst, das wirst du automatisch anziehen.

Und wenn du etwas nicht haben, bzw. nicht fühlen möchtest, dann konzentrierst du dich genau darauf. Dann sagst du dir: „Ich will mich NICHT schlecht fühlen!“. Aber leider kennt unser Gehirn das Wort „nicht“ nicht.

„Okay, also muss ich mich nur auf das Gegenteil konzentrieren und dann geht es mir gut? Immer schön positiv denken?“

So funktioniert das leider auch nicht. Denn was da ist, ist da.

Wenn der Elefant in der Wohnung steht, kannst du dich noch so sehr auf den Ausblick aus dem Fenster konzentrieren… du wirst dem Elefanten früher oder später wieder begegnen.

Und zwar genau solange, bis du anerkennst, dass er da ist. Solange, bis du ihm erlaubst JETZT da zu sein. Gib ihm Liebe und Verständnis. Zeige ihm, dass er willkommen ist. JETZT.

Genau dasselbe brauchen auch deine Gefühle. Egal, welche Gefühle. Es ist auch egal, ob du das Gefühl direkt benennen kannst. Erlaube ihm, da zu sein. Erlaube dir selbst, zu fühlen.

Wut. Trauer. Wertlosigkeit. Hoffnungslosigkeit. Der dunkle Schatten der Depression. Alles darf da sein. Denn wenn du einem Gefühl Verständnis und Annahme gibst, passiert etwas wundervolles.

Es verschwindet. Langsam aber spürbar. Und es hinterlässt einen Raum in deinem Herzen. Aber dieser Raum ist nicht leer. Er ist gefüllt mit dem warmen Gefühl der Liebe.

Denn ANNAHME ist LIEBE.

„Ich liebe dich“ heißt übersetzt auch nur: „Ich finde, du bist perfekt, so wie du bist!“

Mit all deinen Schwächen. Mit all deinen Fehlern.

Dein Körper ist dein treuer Diener

Und dein Körper weiß das. Dein Körper weiß, dass du Liebe brauchst. Deswegen wird er so lange versuchen, dich mit diesen starken, negativen Gefühlen aufzuwecken, bis du gelernt hast, dir diese Liebe zu geben. Diese Annahme. Ohne den Wunsch, etwas verändern zu wollen.

Ich weiß, das ist manchmal nicht ganz so einfach. Aber ich weiß auch: Wenn du es immer wieder versuchst, wenn du immer mal wieder innehältst und deinen Gefühlen atmend erlaubst, da zu sein, wird sich dein Leben verändern.

Du lernst, dich selbst zu lieben.

Du wirst immuner gegen Kritik und Beleidigungen.

Dir fällt es einfacher, klare Entscheidungen zu treffen und nach ihnen zu handeln.

Dir fällt es einfacher, dir selbst und deinen Mitmenschen für ihre Fehler zu vergeben.

Du bist glücklich.

Und dann fällst du nach deinen spaßigen Zeiten eben nicht wieder in ein tiefes Loch. Dann entdeckst du in den ruhigen Momenten, dass unter dieser kleinen süßen Kirsche noch ein riesiges Glas voll mit leckerem Schokoladeneis auf dich wartet… ohne, dass du jedes Mal danach suchen musst.

Du bist einfach da.

Du bist einfach glücklich.

Und alles was es dazu braucht, ist eine Entscheidung:

„Ja, Gefühl, ich erlaube dir da zu sein. Du gehörst zu mir und ich erkenne dich als einen Teil von mir an.“

Atme tief in das Gefühl hinein. Und erlaube dir, dich schlecht zu fühlen. Erlaube dir, gerade mal nicht so leistungsfähig und motiviert zu sein. Erlaube dir, gerade mal nicht dein bestes Ich zu sein. Erlaube dir, anderen Menschen mit deiner Laune mal kurz „zur Last zu fallen“.

Denn damit schaffst du automatisch Platz für neue Gefühle. Für Erfüllung und wohlige Wärme. Für das Gefühl, endlich angekommen zu sein.

Alles Liebe,

Arne

Arne

 

Bild: Tambako (unter CC)

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2015-04-16T20:10:57+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

Ein Kommentar

  1. Linux VPS 12. Mai 2016 um 15:36 Uhr- Antworten

    Weil du den Erfolg willst. Und den Erfolg bekommst du nur, weil du vorbereitet bist und weil du verzichtet hast.

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