Warum uns Gender Mainstreaming depressiv macht

Ich dachte lange Zeit, Gender Mainstreaming wäre nur ein Scherz. Jetzt hält sich dieses Thema aber schon so lange, dass ich Schlimmes befürchte.

Deswegen möchte ich etwas Prävention betreiben und ein wichtiges Thema behandeln.

Die kleinen Unwahrheiten, die unseren Generationen seit den 70ern schon in frühester Kindheit eingedroschen werden.

Politisch motivierte Nachrichten und Methoden zur Unterdrückung des Volkes, die meiner Meinung nach für den rasanten Anstieg von Depressionen und Burnout verantwortlich sind.

Wenn du dich in diesem Artikel angegriffen fühlst, dann schalte bitte nicht ab. Fühle in dich hinein, wie es dir mit dieser Wahrheit geht, anstatt sofort deinen Verstand zur Rate zu ziehen und deine Gefühle damit zu betäuben. Nimm wahr, was das Thema hier mit dir macht und wie dein Körper darauf reagiert.

Entscheidungen in emotionalen Zuständen zu treffen, führt dich meistens eher von deiner eigenen Wahrheit weg, anstatt auf sie zu.

Hier soll es übrigens nicht nur um Probleme, sondern auch um die Lösung gehen. Also, bist du bereit Gender Mainstreaming von einer Seite zu betrachten, die die meisten Leute verschweigen?

Die Geschichte vom falschen Adler

Kennst du die Geschichte von dem Bauern, der ein Adler-Ei in den Bergen fand?

Er nahm es mit auf seinen Hof und lies es von seinen Hennen ausbrüten.

Nachdem er geschlüpft war, wurde der kleine Adler wie ein Huhn aufgezogen. Er lernte zu gackern, Körner vom Boden aufzupicken und ließ sich vom kleinen Dackel des Bauern jeden Abend zusammen mit den „anderen“ Hühnen wieder in den Stall scheuchen.

Aber komisch war es für den Adler schon.

Seine Flügel waren zum Beispiel viel zu groß. Er musste ständig aufpassen, dass er den anderen Hühnern nicht wehtat, wenn er die Flügel mal ausstrecken wollte und in den Stall konnte er sich auch nur allergrößter Mühe hineinzwengen, während es den anderen Hühnern eher sehr leicht fiel.

Auch das Picken von Körnern auf dem Boden ging mehr schlecht als recht. Sein Schnabel war gebogen, nicht spitz, weswegen er immer hundert Versuche brauchte, bis er endlich mal ein Korn zu fassen bekam.

So richtig glücklich war er nicht. Er wusste aber nicht, wieso!

Es war doch eigentlich alles super.

Er hatte einen tollen Hof, auf dem wohnte.

Er hatte eine Familie, die ständig um ihn herum war.

Er hatte zu essen und musste sich um nichts sorgen.

Und trotzdem war da so eine unterschwellige Unzufriedenheit. So ein Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Dass es so nicht ewig weitergehen kann.

Aber da er ja alles Wichtige hatte, glaubte er, es läge allein an ihm.

Er hätte zu hohe Ansprüche. Er hätte zu große Flügel. Er wäre zu groß und hätte einen zu komischen Schnabel.

Dann eines Tages sah er, wie ein riesiger Vogel vom Himmel geschossen kam und sich ein Huhn schnappte. Der ganze Hof war in Aufruhr!

„Was war das denn?“ fragte der Huhn-Adler.

„Das war ein Adler, ein ganz schlimmes Tier! Halte dich besser von ihm fern!“

So tat es der Huhn-Adler und lebte unglücklich und unzufrieden bis an sein Lebensende, ohne jemals sein volles Potenzial gelebt zu haben.

Geschichte – Ende. Oder?!

Gender Mainstreaming – eine gefährliche Lüge

Ist das wirklich schon das Ende der Geschichte?

Oder sind wir nicht vielleicht immer noch mittendrin?

In einer Gleichschaltung. In einer blinden Gesellschaft, die uns darüber anlügt, wer wir wirklich sind.

Am Anfang gab es die Extreme. Erst gab es die Unterdrückung der Frau. Dann gab es den Feminismus, der zumindest in seinen Anfängen den Spieß radikal umdrehen wollte.

Gender Mainstreaming haben wir heute. Die Idee, dass Männlichkeit und Weiblichkeit nur anerzogen wurden und dass das alles nur Klischees sind.

Das halte ich für den größten und gefährlichsten Irrtum überhaupt!

Natürlich werden häufig nur die absoluten Extreme betrachtet, was auch nicht gut ist.

Denn wir Menschen tragen beide Essenzen in uns. Die maskuline und die feminine.

Gleichzeitig ist es aber doch so, dass die meisten Männer vorrangig „maskuline Essenz“ in sich tragen und die meisten Frauen mehr „feminine Essenz“ besitzen.

Aber gleichzeitig wird vieles von dem heute verteufelt.

Nur weil es Männer gibt, die sinnlos töten, ihre Macht missbrauchen oder Frauen vergewaltigen, wird gleich jedes Anzeichen von Männlichkeit als „böse“ und „verwerflich“ angesehen. Nur weil es Männer gibt, die sich lieber von Mutti die Wäsche waschen lassen, anstatt sich einen Job zu suchen, sind die Männer deswegen nicht gleich „auf dem Weg in den Abgrund“.

Nur weil es Frauen gibt, die wirklich im Hass und mit Tunnelblick gegen Männer vorgehen und sich nur ihren eigenen Vorteil sichern wollen, werden viele starke Frauen als „Emanzen“ und „unweiblich“ abgestempelt. Nur weil den Frauen immer mehr Druck gemacht wird, Karriere zu machen und „sich zu behaupten“, werden Frauen, die auch einfach mal Hausmütterchen sein wollen, gleich als „schwach“ angesehen.

Es wird Zeit, mit dieser Hexenjagd auf beide Seiten aufzuhören! Es wird auch Zeit, die „Gleichmacherei“ des Gender Mainstreaming zu unterbinden.

Es wird Zeit, dass wir erkennen, dass die Probleme in Beziehungen, auf dem Arbeitsplatz und im Bett nie an „zu wenig“ oder „zu geringen“ Voraussetzungen liegen, sondern an der Art und Weise, wie wir mit unseren vorhandenen Voraussetzungen umgehen.

Wir brauchen wieder Männer

Wir brauchen wieder mehr Männer, die sich trauen, ihre Mütter (und Partnerinnen) auch mal zu „enttäuschen“.

Die sich trauen, ihren Weg (mit Liebe) zu gehen und an Hindernissen zu wachsen, ohne sich davon abhalten zu lassen, dass sie jemandem damit auf die Füße treten könnten.

Die Frauen auch einfach mal wieder „Zicke“ sein und jammern lassen, ohne gleich all ihre Probleme lösen zu wollen.

Die den emotionalen Sturm des Femininen auch einfach mal aushalten können.

Die ein Ziel im Leben haben, das sie zu Höchstleistungen motiviert.

Wir brauchen wieder Frauen

Wir brauchen wieder mehr Frauen, die sich erlauben, sich nach einem stressigen Arbeitstag, in dem sie ständig Entscheidungen treffen müssen, auch mal wieder zurückzunehmen und die Verantwortung abzugeben.

Die Männer auch einfach mal wieder „unsensibel“ und „harsch“ sein lassen, ohne sie „erziehen“ zu wollen.

Die sich mal wieder zur Ruhe setzen können, ohne sich vom typisch männlichen Leistungsdruck anstecken zu lassen.

Die ganz Klischee-getreu auch mal „Püppi“ oder „Prinzessin“ sein können, ohne sich damit zu verstecken, aus Angst, damit als „schwach“ bezeichnet zu werden.

Deine Anatomie als Wegweiser

Hast du eine weiche Brust, die Nahrung und mütterliche Liebe spendet? Oder eine harte, muskulöse Brust, an der sich andere auch mal anlehnen können?

Hast du einen nach vorn gerichteten Stab zwischen den Beinen, bereit, in die Welt hinaus zu stoßen und sie mit deiner Weisheit zu penetrieren? Oder geht es dort eher weich nach innen, bereit, die Energien des Lebens aufzunehmen, ihnen Zuflucht zu gewähren und dich von ihrer ungestümen Liebe leiten zu lassen?

Wenn du diese körperlichen Voraussetzungen nicht nutzt, sie verleugnest und dich lieber von rational erschaffenen Idealen leiten lassen willst, dann bist du unglücklich. Gender Mainstreaming ist keine Lösung, sondern eine Ursache des Problems.

Da helfen auch Auswandern und Psychotherapien auf lange Sicht nicht.

Menschen, die ihre natürlichen Voraussetzungen verleugnen sind unglücklich.

Sie werden ständig das unterschwellige Gefühl haben, dass sie nicht das Leben leben, das sie leben sollten.

Lebe mit Natürlichkeit und Respekt

Erlaube dir wieder, dich zu spüren. So zu sein, wie du von Natur aus tatsächlich bist.

Für mich selbst war das der bisher größte Sprung in meiner persönlichen Entwicklung. Der Weg vom Jungen zum Mann, der rein gar nichts mit dem Alter zu tun hat.

Zu einem Erwachsenen, der der Wahrheit ins Gesicht blickt, anstatt sich in Sicherheit und komfortablen Halbwahrheiten zu verkriechen.

Und bitte, eine Sache noch:

Politische Gleichberechtigung ist wichtig. Hat mit Gender Mainstreaming aber rein gar nichts zu tun.

Maskulinität oder Femininität in ein politisches Konstrukt packen zu wollen, ist wie Luft mit Händen zu fassen.

Du wirst es nie schaffen. Beides ist immer und überall präsent, ob du es sehen willst oder nicht. Du wirst keines von beiden je unterdrücken können.

Respekt, Gleichberechtigung und gegenseitiges Verständnis sollten selbstverständlich sein und nicht in Gesetze gepackt werden müssen.

Dass die Menschen sich wieder ihrer ursprünglichen Essenz zu widmen, schließt nicht aus, dass Männer Friseure werden und Frauen in Führungsetagen sitzen. Ganz im Gegenteil.

Es führt eher dazu, dass in sich ruhendeglückliche, starke Männer auch Friseure werden und in sich ruhendeglückliche, starke und strahlende Frauen in Führungsetagen sitzen.

Also: Willst du als Adler weiterhin unter Hühnern leben und irgendwann sterben, ohne dich jemals wirklich vollkommen gefühlt zu haben?

Oder willst du endlich die Flügel ausbreiten und so leben, wie es dich tief in deinem Inneren erfüllt?

 

Wie stehst du dazu? Hast du das Gefühl, dass du noch wirklich „Frau“ oder „Mann“ sein darfst? Willst du es überhaupt?

Ich würde wirklich gerne wissen, was meine Leser dazu denken, deswegen scheue dich nicht, mir deine Meinung (gerne auch hart und ungeschönt) zu schreiben :-)

Alles Liebe

Arne

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2017-03-01T13:14:10+00:00

About the Author:

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst. >>Mehr<<

9 Kommentare

  1. Ernst 9. Januar 2017 um 21:05 Uhr- Antworten

    Ein einsamer Ruf in der Wüste, Gut und wichtig. So lange Frauen nicht begreifen, dass sie stolz sein können , eine Frau zu sein und glauben nur männliche Eigenschaften seien das Größte, so lange die denken, es sei edler als Vorstand 1000 Stellen zu streichen, ohne zu wissen, welche überflüssig sind als Kinder auf ihrem Lebensweg zu begleiten und zu wahrhaft Großem zu führen, wird Deutschland dahin absinken, wo die anderen schon sind und uns auch hinhaben wollen zu Nullen. Was ist daran so toll, dass man ständig lügt, dass man keine besseren als Vorstände fände und deshalb irre Gehälter bezahlt, alles Leute, die ihren Firmen Milliarden Schäden zufügen oder zumindest verschlafen, dass das geschieht, was noch schlimmer ist. Ein Frau die sich Herrn Winterkorn zum Vorbild nimmt, tut nichts Nützliches für unser Volk.

  2. Ina 24. November 2016 um 0:38 Uhr- Antworten

    Hi Arne,
    als ich die Geschichte vom Adler las, hatte ich das Thema völlig vergessen, die Geschichte gefällt mir zum Wachrütteln – und ich konnte in meinen Gefühlen bleiben, das Ende tat mir regelrecht weh.

    Dass wir unsere Potenziale leben sollen können, das unterschreibe ich voll und ganz, und das diese Geschlechtergleichmacherei mist ist, auch. Aber in alte Rollen zu schauen, wo die Potenziale liegen, wirkt auf mich schräg.

    Dass eine Frau mal „zickig“ sein darf und ein Mann „agressiv“, OK, beides nicht das dollste, was ich mir als Gegenüber antun möchte, aber um Energien zu reinigen und in seiner eigenen Art mit einer angestauten Wut-Energie umzugehen: Ja und da mögen vielleicht auch Männer eher agressiv und frauen eher zickig wirken, bei allen anderen Punkten möchte ich deine Vorschläge nicht unbedingt 1:1 so stehenlassen … vielleicht dürfen Männer auch mal „Bärchen“ sein?

    Nu, wie auch immer. Unser Geschlecht gehört zu unserem Leben und ist eine Facette in unserer Menschlichkeit, die ich nicht geleugnet (nicht mehr geleugnet) leben möchte, aber mir allein durch mein Geschlecht eine bestimmte Rolle zuschreiben zu lassen, dafür ist mir das Mensch-Sein viel zu wertvoll, um mich zu reduzieren, denn dann: Verpasse ich ganz viel meines Potenzials.

    Ich erlaube mir, meine Energien in einer für mich sich langsam erschließenden „natürlichen“ Form anzufühlen und zu leben, da ist bei mir als Frau inzwischen auch das ein oder andere lange verleugnete deutlich weibliche dabei. In manchen Situationen bin ich aber – so habe ich den Eindruck – aus diesen dingen gar heraus und ich kann es „essenziell“ fühlen und ergreifen, dass es eine Gefühlsenergie ist, die als Empfindung im Körper ihre Hörerschaft und annahme wünscht – und hier an diesem Punkt vereinen sich m.E. die Energien, die im weiblichen auch oft dem fühlenden und im männlichen oft dem agitativen zugeschrieben werden: Ich handele meinem Empfinden entsprechend. Und wenn sich dort kein allzugroßer „Stau“ mehr befindet, dann werde ich weder Zur Zicke noch Agressiv, sondern setze bestimmt aber souverän meinem Gegenüber eine Grenze.

    Ein möglicher Weg dahin führt bestimmt auch über die Annahme des eigenen geschlechts sowie dem erkennen, das männer und frauen definitiv *nicht* gleich sind – und dem Spiel damit. Jeder Mensch ist so viel mehr als sein Geschlecht.

    Schlussendlich habe ich gerne ein souveränes Gegenüber, ob sie nun männlich ist oder er auch jünger als ich …

    LiebenGruß
    Ina

  3. Edda 30. Mai 2016 um 22:55 Uhr- Antworten

    Hey Arne…
    Ich wollte nur sagen, DANKESCHÖN! Ich bin wirklich froh, endlich mal eine gut durchdachte Begründung für diese Meinung von jemandem zu lesen, die der Meinen zu diesem Thema so ähnelt. Ich weiß noch wie ich im letzten Semester im Modul Soziologie saß, meist mit dem Kopf in die Hände gestemmt und selbigen schüttelnd, als unsere Dozentin versuchte uns Gendermainstreaming als die einzig wahre Sicht auf das Thema Geschlecht zu verklickern.
    Meiner Ansicht nach ist es jedoch wichtig, bestimmte Dinge zu differenzieren.
    Ich persönlich argumentiere wahnsinnig gerne mit Evolutionsbiologie. Ich weiß, ein sehr unbeliebter Ansatz, da er den Menschen vor Augen hält, dass wir nicht immer so ,,zivilisiert“, ,,fortschrittlich“ und ,,der Natur überlegen“ waren und es bis heute nicht sind. Abgesehen davon provoziere ich wahnsinnig gerne allgemein anerkannte Normen. Weiblichkeit und Männlichkeit sind und waren schon immer stark von kulturellen Einflüssen geprägt, welche wiederum stark von dem geprägt waren und sind, was die Lebensumstände einer Gemeinschaft ausmacht.
    Denkt man zurrück an eine Zeit, in der die Menschen noch Jäger und Sammler waren, was den Großteil unserer anthropologischen Geschichte ausmacht. Es ist nunmal so, Frauen kriegen die Kinder, nicht die Männer. Damals kümmerte sich die Frau zuhause ums Kind, bereitete was so in der Siedlung noch anstand, Handarbeiten, Kleidung herstellen, beim Kochen bin ich mir nicht ganz so sicher, glaube das haben damals beide gemacht. Ja die Frau und das Kind waren nunmal davon abhängig, dass der Mann draußen Jagen geht und Nahrung und Rohstoffe ranschaft…dieses Verhältnis führte auch dazu, dass sich die Körper der Geschlechter so entwickelten wie sie heute sind, das ist ein Prozess, der mindestens 5 Mio Jahre gedauert hat. Primäres Ziel war es für die Frau, einen Mann zu finden, der sich um ihr Wohl und die Aufzucht des Kindes kümmert. Primäres indigenes Ziel des Mannes war es hingegen, sicher zutellen, dass seine Familie gut versorgt ist und dass sein Erbgut, also das Kind, überlebt. (diese Wünsche sind auch heute tief in unseren Genen verankert, sie sind halt oft unbewusst). Folglich hatten beide Geschlechter das gleiche Ziel: der Fortbestand der eigenen Art: eine symbiotische Beziehung. Doch darauf sollte man die Geschlechter auch heute nicht reduzieren. Das eine kann nunmal nicht ohne das andere existieren. Auch auf spirtueller Ebene ist das so. Jeder besitzt unterschiedliche Mengen der einen oder der anderen Essenz. Wer tief in sich hineinhorcht und zu seiner innersten Natur zurrückkehrt, wird sich auf der einen oder der anderen Seite wiederfinden. Dies sei jedoch komplett losgelöst von allen kulturellen oder geschichtlichen Einflüssen! Ist einer Frau, die gern etwas mehr Speck auf den Rippen hat, nach dem Arbeitstag in der Klempnerei auf ihre Harley steigt und ein Bierchen trinkt etwa deswegen weniger weiblich, wenn sie dabei mit sich im Reinen ist? Ist ein Mann der nach seinem Baletttrainig nach Hause zu seiner Wohnung fährt, um dort seinem 2. Hobbie, dem Stricken, nachzugehen und dabei einen fettarmen Joghurt isst, etwa weniger männlich, wenn er dabei mit sich im Reinen ist? Ich glaube wir haben den Kontakt zu dieser männlichen oder weiblichen Essenz in uns selbst verloren, durch eben diese instrumentalisierten kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungen, die weder was mit Männlichkeit und Weiblichkeit, noch mit Glück zu tun haben. Die jeweiligen Bilder sind in die eine oder andere Richtung extrem pervertiert worden, von Menschen, in einem unnatürlichen Prozess. Versteh mich nicht falsch, ich bin dankbar für die 68er, denn was da passiert ist gab mir die Möglichkeit in einer Welt aufzuwachsen, in der ich die gleichen Rechte habe wie mein Bruder. Doch das Gendermainstreaming ist meiner Ansicht nach wieder ein unnatürlicher Auswuchs davon. Außerdem glaube ich, dass er uns frustrierte Frauen in eine politische und kommerzielle Falle lenkt. ,,Du musst, ja keine Kinder kriegen und du brauchst auch keinen Mann der dir eventuell eins gibt und du deswegen auf Monate und Jahre hin als Produktionsmaschine im Arbeitsmarkt ausfällst, du kannst stattdessen viel mehr ARBEITEN und GELD verdienen.“ Ist das nicht eine dieser offensíchtlichen geheimen Botschaften? Die Endung ,,-Innen“ an jedes Wort, das Umschreiben deutscher Märchenklassiker, damit sie ,,nicht frauendiskrimminierend“ sind oder die Vorstellung das Frau alles im Leben ohne Mann schaffen muss, weil es ja die Männer (scheibar nicht umgekehrt schaffen) um der ,,bessere Mann zu sein“. Das kratzt alles an der Oberfläche und vermittelt nur eine Illusion, dass wir so verschieden sind und doch überall gleichgestellt. Das eigentliche Urproblem ist immernoch da, und es ist weder an der Wirtschaft noch an der Politik gelegen dies zu lösen. Löse sich die Frau und der Mann einfach mal komplett von diesen blöden Stereotypen, diesen Erwartungen, dem Druck, egal ob in die konservative oder feministische Richtung, so würden beide zu ihrer männlichen oder weiblichen Essenz bekennen. Nur eins Arne, (mag sein dass ich das nicht richtig verstanden habe) Haben Mann und Frau erstmal zu ihrer weiblichen und männlichen Essenz gefunden, werden sie einen Scheißdreck auf äußere Erwartungen geben. Sie handeln dann nach ihrer Persönlichkeit, ihrer inneren Wahrheit, und die ist vom Geschlecht nur bedingt abhängig. Denn wie gesagt, wir tragen alle beide Teile in uns.
    Die menschliche Rasse so wie sie heute existiert, ist vor ca. 1,3 Mio Jahren enstanden. Ich finde es daher lächerlich und in höchstem Maße arrogant zu glauben, man könnte diese natürliche Prägung, die ich vorhin bei den Jägern und Sammlern angeprochen habe, innerhalb von 60 Jahren komplett über den Haufen werfen. Denn das wäre kein natürlicher Prozess und somit nicht nachhaltig oder gesund.

  4. Hebel 30. Mai 2016 um 12:02 Uhr- Antworten

    Rollengleichheit hat nichts mit Wertegleichheit zu tun., aber bald sollte deutlich werden, dass Gender Mainstreaming auch ein wenig ungesund für Frauen, Mütter und Kinder ist.
    Zum Beispiel das durch die Gleichmacherei begünstigte Negieren bedeutsamer und dem Mann überlegener weiblicher Eigenschaften mit der Folge, dass häufig der Body nur noch wichtig und die an sich höhere weibliche Depressionsneigung noch gesteigert werden. Vergessen der -bei der gleich nach der Geburt geforderten beruflichen Selbstverwirklichung – für Sprach- und Kognitiventwicklung wichtigen frühkindlichen Mutterbindung (infolge des frühen flüssigkeitsgekoppelten Hörens des Foeten nur der Mutterstimme im Mutterleib) mit der Folge von Sprach-, Lese- und Rechtschreibstörungen durch Fremdbetreuung.
    Probleme durch Cortisolausschüttung (gefährliches Stresshormon) und Schlafmangel mit entsprechendem Wachstumshormonmangel von Krippenkindern mit Hippocampusminderung (Lernmaschine des Gehirns).
    Erschreckende Zunahme von Depressionen auch bei Kindern und Jugendlichen.
    [siehe „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 (http://www.amazon.de/Vergewaltigung-menschlichen-Identität-Irrtümer-Gender-Ideologie/dp/3) und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-945818-01-5 (http://www.amazon.de/trifft-Frauen-Kinder-zuerst-Genderismus/dp/394581801X)

    • Eman 13. Juni 2016 um 15:04 Uhr- Antworten

      Die „höhere weibliche Depressionsneigung“ kann man ganz leicht statistisch erklären. Frauen suchen sich eher Hilfe, bzw. Männer suchen sich seltener Hilfe, auf Grund von Rollenzuschreibungen, wie sie beispielsweise auch der Autor hier vollzieht. „Schützende Brust“ etc., ein Mann kann es sich in unserer Gesellschaft (noch immer) weniger „leisten“, Schwäche zu zeigen. Da Depressionen bei Männern seltener erkannt und behandelt werden, ist die Suizidrate bei ihnen auch höher.
      Sollte eine Minderung der Suizidrate euer Ziel sein, müsstet ihr sogar das „Gender Mainstreaming“ oder auch einfach den Abbau der Rollenbilder befürworten. Jeder kann Schwäche zeigen und Rat suchen, unabhängig davon, ob ein nach vorne preschender Stab zwischen den Beinen baumelt oder eine nach innen geöffnete feuchte Höhle.

  5. Cisgender 27. Mai 2016 um 21:41 Uhr- Antworten

    … was ist denn, wenn du im falschen (Geschlechts)körper auf die Welt gekommen bist… ? Tut mir leid, Arne, aber irgendwie wirkt der Artikel ein bisschen wie native advertising, nicht zuletzt wegen der am Schluss hinzugefügten Links.

    In Bezug auf die unterschiedlichen Essenzen respektive auf die unterschiedlichen Mischverhältnisse in den Körpern oder Hormonhaushalten würde ich dir zustimmen. Und ja, das macht etwas (Unterschiedliches) mit den Jungen/Männern und Mädchen/Frauen, sie sind verschieden ‚in der Welt‘ oder ‚in die Welt gestellt‘ (siehe bspw. „Werfen wie ein Mädchen“ von Iris Marion Young). Aber, vor allem in unseren Zeiten und Breiten, wo man zumindest postuliert, dass alle die gleichen Chancen haben, implizierst du mit deinen Forderungen – „Wir brauchen wieder Männer/Frauen“ – wiederum, wie die Geschlechter bzw. Gender sich in diese zivilisierte Welt zu stellen haben: Dass es für Männer normal zu sein scheint, dass sie andere für die eigenen Ziele (manchmal auch) enttäuschen müssen, dass es für Frauen unnormal ist, ständig ‚auf dem Niveau der Männer zu ackern‘.

    Lies mal nicht nur „Lob des Sexismus“, sondern vielleicht auch mal „Die männliche Herrschaft“ von Bourdieu oder so etwas. Denn vielleicht sind sie sozial konstruierten oder anerzogenen Geschlechterrollen bereits ‚verkörperlicht‘. So dass es einer Frau körperlich unangenehm wird, wenn sie ein Machtwort spricht oder sich durchsetzen möchte – weil sie dies eben wirklich wirklich möchte, aber trotzdem wird sie rot. Warum bloß?

    Meine Vorrednerin Verena hatte Recht: Dass „[…] sowohl Mann als Frau, rein objektiv gesehen denselben Dingen im Alltag begegnen: Wir arbeiten, wir müssen funktionieren, wir haben Stress, wir kommen müde nach Hause, wir haben Träume, wir haben Passionen, die wir verwirklichen wollen (auch wenn wir „damit mal jemandem auf die Füße treten“). Ich sehe nicht, warum wir hier einen Unterschied zwischen den Geschl[e]chtern machen sollten. Das sind Dinge, die gelten für uns als Mensch. […]“

    Wir haben alle dieselben Freiheiten [mehr oder weniger, hier in einem Industriestaat] – aber mit deinem Plädoyer oder was auch immer tust du niemandem einen Gefallen. Ich bin keinesfall super liberal, in einigen Dingen bin ich wirklich konservativ. Aber in diesem Fall habe ich mir wohl mehr Gedanken gemacht oder zumindest angelesen als du. Und was depressiv macht, ist aggressives clickbaiting (im Indikativ, weil Gender-Mainstreaming nachweislich depressiv macht). Das sorgt schnell für virale Effekte – weil es in der Gesellschaft eben schnell und immer schneller gehen muss. Wir leben in Zeiten der „Beschleunigung“ und wir verlieren die Fähigkeit zur „Resonanz“-Beziehung mit der Welt (schau mal nach Hartmut Rosa). Wir haben hier vor allem strukturelle (Erste-Welt-)Probleme. Egal, ahoi, hau rein!

  6. Annette Paasch 26. Mai 2016 um 17:03 Uhr- Antworten

    D A N K E – auch heute haben Deine Zeilen mich nicht allein zum nachdenken, vielmehr wie jedes Mal auch zum Lachen gebracht. Bleib so und mach bitte weiter so !

    Schönen Abend,
    Annette

  7. Verena 26. Mai 2016 um 12:39 Uhr- Antworten

    Hi Arne,

    erstmal danke für deine Rundmails und Blogs etc. und dass du so unglaublich viel Energie und Zeit darin investierst, anderen Leuten helfen zu wollen.

    Ich habe versucht meinen Kopf auszuschalten, als ich deinen Artikel gelesen habe. Und habe nur auf mein Gefühl gehört – was überraschenderweise funktioniert hat. Mein Gefühl (ganz ehrlich und unverschönt): ich habe mich total aufgeregt, und es hat sich alles in mir zusammengezogen.

    Ich würde mich selbst als Feministin, oder wahrscheinlich eher als „equalitist“ bezeichnen, was nicht bedeutet, dass ich denke, dass Männer und Frauen grundsätzlich gleich sind. Ganz im Gegenteil. Wie du mit „femininer und maskuliner Essenz“ ja auch gesagt hast, denke ich auch, dass es grundsätzlich Unterschiede gibt zwischen Männern und Frauen. Ich denke aber auch, dass sowohl Männer als auch Frauen noch immer in gewisse Rollen gedrängt werden, und dass ein bisschen mehr Gendermainstream unserer Gesellschaft gut tun würde. Es geht nicht darum, dass man seine Kinder ihrer Identität beraubt. Ich denke, dass Geschlechteridentität für uns als Individuum extrem wichtig ist (sei es feminin, maskulin, transgender oder was auch immer), um uns selbst als Person definieren, identifizieren und einordnen zu können, und vorallem auch, um uns selbst kennenlernen zu können.

    Ich lebe in Irland, wo die Geschlechterrollen durch die lange Tradition der katholischen Kirche nochmal viel viel stärker und viel viel traditioneller sind. Ich wünschte mir, dass diese Rollen ein bisschen aufgeweicht werden könnten. Mental Health Issues sind hier so präsent, wie ich es noch in keinem anderen Land mitbekommen habe. Männer können ihre Gefühle nicht zeigen, ihnen wird gesagt „to suck it up“ und dann wird alles ordentlich mit Alkohol runtergespült. Und für Männer ist es ok, Frauen auch mal wieder zu enttäuschen? Und das drängt dann die Frauen in die übliche Zickenrolle, und Männer werden wütend, und Frauen werden zickig, und schon haben wir einen Teufelskreis und stehen vor Personen, die nicht auszustehen sind, weil sie keinerlei Respekt füreinander zeigen.

    Zudem ist dein Artikel eindeutig aus männlicher Perspektive geschrieben. Ein Adler im Hühnerstall? Wirklich? Als großer Fan der „Möve Jonathan“ finde ich diesen Vergleich eigentlich ein bisschen verletzend. Er bezieht sich eindeutig auf die Stereotype Mann und Frau – der Mann, der seine Flügel nicht ausstrecken kann, der sich ducken muss, der nicht aggressiv sein darf.

    Und was ist mit den Frauen, die auch mal jemanden enttäuschen wollen? Wir sollen es Männern erlauben? Und Frauen nicht? Warum wird es anerkannt, dass Männer ihre Mütter enttäuschen, und als Frau wird man sofort als egoistisch abgestempelt? Und was ist mit Männern, die nach einem harten Arbeitstag endlich mal die Verantwortung ablegen wollen? Sorry, Arne, aber wenn ich das lese, dann finde ich das nicht besonders durchdacht, oder vielleicht hast du es nicht genügend erläutert. Aber ich denke, dass wir inzwischen, sowohl Mann als Frau, rein objektiv gesehen denselben Dingen im Alltag begegnen: Wir arbeiten, wir müssen funktionieren, wir haben Stress, wir kommen müde nach Hause, wir haben Träume, wir haben Passionen, die wir verwirklichen wollen (auch wenn wir „damit mal jemandem auf die Füße treten“). Ich sehe nicht, warum wir hier einen Unterschied zwischen den Geschlchtern machen sollten. Das sind Dinge, die gelten für uns als Mensch. Wir sind alle mal stark, wir sind alle mal schwach, wir sind alle mal aggressiv, wir sind alle mal sensibel.

    Eigentlich Teile ich deine Ansicht, dass Männer und Frauen unterschiedliche „Essenzen“ oder Energien haben. Und ich finde das eigenltich sehr sehr schön, und ich denke, dass wir uns dadurch in einer Gesellschaft sehr gut ergänzen können. Aber ich denke auch, dass jeder für sich seine Essenz oder Energie entdecken muss, und individuell wahrnehmen und sie dann ausleben – und zwar ohne Angst, dass es evtl. nicht in das typische Gender-Bild passt.

    Danke, Arne, und es tut mir leid dass mein Kommentar viel viel viel zu lang geworden ist. Zur Rechtfertigung: Dies ist der allererste Kommentar, den ich je geschrieben habe.

    Alles Gute,
    Verena

  8. Anja 26. Mai 2016 um 10:57 Uhr- Antworten

    Die Extremen, die Revoluzzer, sind notwenig, damit mal ein Aufschrei durchs Volk geht. Feministinnen, Martin Luther King, oder der regelrechte Akzeptanzkrieg der Homosexuellen. Es muss erstmal ein Knall her, bei dem viele den Kopf schütteln, damit ein Problem überhaupt Gehör findet.

    Man mag zB über Kim Kardashian lästern, wie man will, aber die hat ihren überprallen Arsch in jede nur erdenkliche Kamera gehalten und darauf bestanden, dass DAS das neue sexy ist! Frauen, die grösser, breiter, stämmiger, kurviger, fetter sind – denen jahrelang die Magermodels als Idealbild vorgesetzt wurden, dürfen nun endlich ein wenig Entspannung erfahren. (Den Sinn oder Zwang, sich mit anderen zu vergleichen bzw. damit aufhören zu können, klammere ich hier mal aus.)

    Noch so eine ehemalige Randgruppe sind BDSMler, Fetischliebhaber, S/M-Spieler. Ist doch inzwischen absolut salonfähig, oder? Als ich vor ca. 15 Jahren entdeckte, dass ich devot bin, hat mich das in meiner Weiblichkeit unterstützt und neu geformt, es war eine Erleichterung, auf einmal hat alles Sinn gemacht, als ich mich von der feministischen Vorstellung befreit habe, immer und überall auch stark sein zu müssen.
    Trotzdem kann ich auch die Stärkere sein, wenn mein Mann mal schwach sein möchte. Wenn er einen anstrengenden Tag hatte oder meinen Rat braucht. Das schliesst sich nicht aus. Er kennt mich als erwachsene starke, verantwortungsbewusste Frau, die im Leben steht, aber auch als Prinzessin, die in jedes Schmuckgeschäft rennt und bei jedem noch so räudigen Strassenkater in die Babysprache verfällt.

    Daher stimme ich zu: man sollte sich nicht an Konventionen halten, die für einen selbst keine Erfüllung bringen.

    Dem Adler aus der Geschichte hätte ich ein glückliches Leben als vegetarischer König der Lüfte gewünscht. Warum soll es denn keine vegetarischen Adler geben, wenn er die Hühner nunmal als seine Familie kennengelernt hat? Ein Weg ausserhalb der gesellschaftlichen Konventionen ist nicht immer der Einfachste… aber es lohnt sich!

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