4 Lügen, die dich deine Depression glauben machen will

Manchmal fühlst du dich einfach komplett machtlos.

Immer dann, wenn sich diese Schatten in dein Bewusstsein drängen, wird dir von Neuem bewusst, wie schlecht es dir eigentlich geht, wie hoffnungslos deine Lage ist und wie wenig du selbst in der Lage dazu bist, etwas daran zu ändern. Du verzweifelst und die Depression lacht sich ins Fäustchen, denn sie hat ihr Ziel wahrscheinlich schon erreicht: Du glaubst ihr diesen Mist. Damit hat sie dich in der Hand.

Doch damit ist jetzt Schluss!

Heute ich einmal vier häufigen Lügen auf den Zahn fühlen, mit denen dich deine Depression zurückhält. Los gehts!

1. Wenn ich diesen Körper/ Partner/ Job/… hätte, dann könnte ich auch glücklich sein

Ich erinnere mich noch haargenau daran, wie ich mir während meiner längsten depressiven Episode dieses Argument wie ein Mantra vorgebetet habe. Ich habe geglaubt, dass ich wieder glücklich sein werde, wenn ich eine Freundin bekomme.

Dann irgendwann hatte ich eine Freundin und die Depression war weg!

Doch bald: Tadaa! …war die Freundin wieder weg und die Depression wieder da.

Im Grunde genommen war meine Freundin in diesem Moment zu meinem Allheilmittel geworden. Ich hatte gehofft, dass sie mich glücklich macht. Dass sie alles ist, was ich brauche. Das ist ein riesengroßer Druck für einen Partner und dazu noch verdammt egoistisch. So kann keine Beziehung funktionieren.

Aber trotzdem tun das Menschen ständig. Nicht nur während einer Depression (die dieses Argument im Kopf noch verstärkt) und nicht nur in Beziehungen, sondern tatsächlich ständig. Ein durchtrainierter Körper, ein neuer Job, ein neues Auto oder einfach nur mehr Geld. Das Glück wird auf Vieles projeziert. Aber:

Es kommt nicht darauf an, was du hast, sondern wie du damit umgehst.

Soll heißen: um glücklich zu sein, brauchst du im Grunde genommen nur das, was du schon hast. Also schau ab jetzt einmal bewusst auf das, was du schon hast, anstatt nur ständig darüber nachzudenken, was du noch nicht hast.

Worüber in deinem Leben kannst du dich freuen (auch wenn du es nicht immer bemerkst)? Wer mag dich? Du wirst ziemlich schnell feststellen: Je mehr du nach solchen Dingen suchst, desto mehr von ihnen wirst du in deinem eigenen Leben finden.

2. Meine Depression ist genetisch bedingt, ich werde also nie wirklich gesund werden können

Schon bei Krebserkrankungen wurde festgestellt, dass nicht jeder, der die Verlanlagung zu dieser Krankheit besitzt, am Ende wirklich auch Krebs bekommt. Das ist jetzt nur meine persönliche Meinung, aber es würde mich wundern, wenn das bei Depressionen anders wäre. Wenn dir das als Argument noch nicht reicht, dann beantworte einfach mal folgende Frage:

Wann warst du in deinem Leben schon einmal glücklich?

Hast du dich schon einmal über einen bestimmten Besuch oder ein Geschenk gefreut? Musstest du schon einmal völlig unkontrolliert grinsen, weil dir jemand ein Kompliment gemacht hat oder du bei einem persönlichen Vorhaben erfolgreich warst? Kennst du diese Stunden, in denen die Zeit quasi wie im Flug vergeht, während du eigentlich hoffst, dass sie nie zu Ende gehen?

Wenn du mindestens eine Frage davon mit „Ja“ beantworten konntest, dann hast du den Beweis:

Dein Körper produziert Glückshormone!

Damit ist dein Körper gleichzeitig imstande, die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Depression selbst herzustellen. Also besitzt du schon alle Vorraussetzungen, um deine Depression zu besiegen!

Dein Gehirn ist ein Gewohnheitstier. Je öfter du die Mechanismen in Gang setzt, die zur Aussschüttung von Glückshormonen führen, desto weniger Anstoß von außen braucht dein Gehirn, um diese Hormone zu produzieren. Damit verdrängst du diese dunkle Wolke in deinem Inneren immer wieder etwas mehr. Was ja im Grunde genommen das Ziel einer Depressions-Therapie ist.

Diese Therapie kannst du auch selbst unterstützen:

Mach Sport. Egal welchen. Hauptsache, du bewegst dich mehr, als nur vom Sofa ins Bad. Das regt deinen Kreislauf (dein Gehirn wird besser mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt) und die Endorphin-Produktion an.

Erledige kleine Aufgaben im Haushalt. „Die Wohnung ist der Spiegel der Seele“ steht schon in der Bibel. Etwas mehr Ordnung im Haus bringt auch Ordnung in den Kopf. Außerdem wird eine erledigte Aufgabe vom Körper immer mit einem Schuss Endorphinen belohnt.

Sei dankbar für die Dinge, die du hast. Ja, das meine ich ernst. Auch im absurdesten Sinne. Stell dich in die Küche und sage „Danke, Kühlschrank, dass du meine Schokolade so knackig gehalten hast.“ oder leg deine Hand auf die Brust, spüre das sanfte Pochen und sage „Danke mein Herz, dass du mich seit Jahren am Leben hältst.“ Bedanke dich für bestimmte Menschen in deinem Leben, für Kunstwerke, für schöne Augenblicke und für die Sonne, die dir immer mal wieder etwas Motivation in den Tag zaubert. Klingt komisch, aber probier es einfach mal aus.

Und gib der Ausrede der „genetischen Ursache“ ein für alle Mal den Laufpass.

 

3. Depression ist nicht heilbar

Autsch…

Jedes mal, wenn ich diesen Satz höre, tut es mir innerlich weh. Wer verbreitet diesen Mist denn bitte heute immer noch? Das Schlimmste daran ist: viele Menschen glauben das!

Und sie lassen sich auch nicht davon abbringen. Sie halten dieses Argument wie einen Schutzschild vor sich, damit ihnen auch ja niemand erzählen kann, dass sie etwas an ihrer Situation ändern können. Das gibt ihnen wenigstens die Sicherheit, dass sie nicht Schuld daran sein können.

„Da Depression nicht heilbar ist, brauche ich auch nichts dafür tun, dass es mir besser geht. Es würde sowieso nichts bringen! Es ist hoffnungslos…“

Wenn das wahr ist, dann möchte ich wissen, woher dieser Typ in meinem Spiegel jeden Morgen sein Lachen hat, wie Eckhart Tolle nach seiner Depression mittlerweile zu einem der größten lebenden Wegweiser zum Thema Lebensglück geworden ist und wie Nick Vujijic, der Mann ohne Arme und Beine (der sich schon mit 10 Jahren (!) das Leben nehmen wollte), heute Millionen Menschen auf der ganzen Welt dazu inspiriert, das Leben zu leben, das sie verdienen.

Das sind jetzt natürlich nur prominente Beispiele (naja, abgesehen von mir…), aber das auch nur, weil die meisten Menschen das Thema Depression in der Öffentlichkeit leider immer noch totschweigen. Die besten Geschichten werden in den Medien nie erzählt.

Lass dich von Rückschlägen nicht entmutigen. Traue dich, immer wieder einen Schritt nach vorn zu gehen. Und noch einen… Und noch einen… Und noch einen… Egal, wie viele Rückschläge kommen und egal, wie oft du dieses trügerische Gefühl hast, wieder ganz am Anfang zu stehen.

Und dann eines Tages schaust du zurück und plötzlich fällt dir auf, dass deine Depression nur eine Zwischenstation in deinem Leben war, auch wenn sie sich teilweise wie das Ende angefühlt hat.

4. Ich habe schon alles versucht. Das wirkt bei mir alles nicht.

Hast du das Gefühl, du hättest schon alles Mögliche getan, um dir zu helfen? Aber trotzdem geht es dir nicht besser? Trotzdem bist du immer noch unglücklich?

Mit dem Glück ist das so eine Sache… niemand, der direkt danach gesucht hat, hat es je gefunden. Je krampfhafter wir nach etwas so Abstraktem, wie Glück, Liebe oder Selbstbewusstsein suchen, desto wahrscheinlicher wird es, dass wir immer wieder an ihm vorbeilaufen.

Glück ist kein Diplom.

Das Universum hat keine Regel aufgestellt, die besagt: „Wenn du X hast, Y kannst und Z bist, dann bist du glücklich und zufrieden!“ Glück finden wir nicht. Wir erfahren und fühlen es, wenn es da ist.

Der beste Weg, Glück zu erfahren, ist, ihm den Raum zu geben, einfach zu kommen. Wie du das konkret tun kannst?

Suche nicht danach. Tue die Dinge, die du in deinem Leben tust, nicht mit der Absicht, dadurch jetzt glücklicher zu werden. Setze dir keine Ziele, die dir versprechen sollen, dass du glücklicher bist, wenn du sie erreicht hast.

Tue das, von dem du weißt, dass es dir Spaß macht, während du es machst. Umgib dich mit fröhlichen Menschen. Höre auch mal aufbauende und motivierende Musik, anstatt immer nur Gothic oder Pop-Rock-Schnulzen. Tue die Dinge, bei denen du glücklich bist, anstelle von denen, durch die du glücklich werden willst.

Alles Liebe,

Arne

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Über den Autor

Arne

Hi, ich bin Arne. Ich schreibe hier, weil ich etwas geben kann, was zurzeit zur Genüge gebraucht wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, einfach nur planlos und unmotiviert zu "funktionieren", anstatt schon am frühen Morgen voller Energie aufzuwachen und das eigene Leben auf das Vollste zu genießen. Ich habe eine lange und anstrengende Reise hinter mir und will dir in diesem Blog zeigen, wie du deine eigene Reise ab heute etwas beschleunigen kannst.
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3 Kommentare

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  • Ich denke auch, dass das depressive Gefühle sind und keine wirkliche Depression. Ich stecke gerade in einer Depression und weiss mit Sicherheit, dass ein Partner oder toller neuer Job, nichts an meiner jetzigen Situation ändern würde. Ich weiss das ich gute Freunde habe. Einen guten Job, ein tolles Kind und doch bin ich in einem schwarzen Loch schon seit Wochen. Ich weiss nicht einmal warum und was es besser machen könnte. Bei Deinen Gefühlen weisst Du es ja. Das Deine Freundin weg ist. Also weiss man das das vergeht oder woran man arbeiten kann. Aber bei einer Depression so wie ich sie jetzt habe, weiss ich nicht was man verändern sollte oder woran ich arbeiten soll. Ich sitze in diesen schwarzen Loch und komme nicht raus.
    Depressive Menschen kannst Du schöne Geschenke machen oder was tolles mit Ihnen Unternehmen. Sie werden sich nicht daran erfreuen können. Das ist ja das schlimme an dieser Krankheit.

  • Hier werden stark depressive Gefuehle beschrieben, nicht aber die wirkliche Krankheit Depression. Da hilft auch keine Freundin oder sonstwas mehr. Da ist leider was im Gehirn total durcheinander und man ist sehr sehr krank.
    Eben mit viel mehr Symtomen wie z.B. schrecklichen Brennschmerzen im Koerper, schrecklichen Angstzustaenden und Selbstmordschueben, gegen die der Erkrankte sich kaum noch wehren kann. Das ist nicht zu vergleichen mit den schon sehr quaelenden Gefuehlen die man als „normaler Mensch“schon manchmal mitmachen muss.

  • Ich erlebe das ganze grade … ohen meine Freundin ist sie Depression weider da… man macht Sie zum allheilmittel, das stimmt…. und wenn Sie weg ist.. Depression wieder da. aber es ist nunmal so, ich bin glücklich mit ihr gewesen wen ich bei ihr war und sie mich anfasste war die Welt in Ordnung. und wenn es dann im Job auch noch beschissen läuft und oder man von der Sekretärin gemobbt wird…das ist alles nicht einfach grade wenn man sehr sensibel ist, ein geringes Selbstwertgefühl hat und versucht mit seinem Ego die Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren…

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